Auslassung im Zitat

Läßt man innerhalb eines Zitates etwas aus, zeigt man dies durch Aus­lassungs­punkte in Klam­mern an. Die Klam­mern mar­kie­ren, daß das, was sie um­schlie­ßen, nicht zum Zitat selbst ge­hört, son­dern eine ein­gescho­bene (ep­en­the­ti­sche) edi­tori­sche No­tiz des Zi­tie­ren­den ist.

Die Klam­mern sind in All­tags­tex­ten rund (…), wenn im Zi­tat kei­ne Klam­mern vor­kom­men, sonst eckig […]. In wis­sen­schaft­lichen Wer­ken sind sie grund­sätz­lich eckig.

Im Journalismus, wo nicht alle Leser die Kon­ven­tio­nen des text­kriti­schen und -edi­tori­schen Ap­pa­rats ver­ste­hen, fügt man in die Klam­mern noch Anm. d. Red. o.ä. ein. In wis­sen­schaft­lichen Wer­ken ist das nicht nötig. Fehlt im Ori­ginal zum Bei­spiel ein Buch­stabe, kann der Zi­tie­ren­de ihn in ecki­gen Klam­mern er­gän­zen. So weiß der Leser, daß die Er­gän­zung vom Zi­tie­ren­den und nicht vom Zi­tier­ten stammt:

Cape rem, verba seq[u]untur.Erfasse die Sache [im Kern], die [richtigen] Worte folgen [dann von selbst].

Fehler beim Auslassen

Editorische Notizen wie [sc. blabla] stehen dann in Klammern, wenn sie in ein Zi­tat hin­ein­ge­setzt wer­den. Ganz und gar falsch ist der Ge­brauch, der bei Bild­blog prak­ti­ziert wird:

Der Evangelische Pressedienst (!) findet die "Kampagne" der "Frankfurter All­gemei­nen Sonn­tags­zei­tung" zu an­geb­lich zu laschen Kontrollen der FSK übertrieben: "Ich bin auch Mut­ter. Und wenn Sie mich fragen: Ich schaue mit meinem Sohn, der wird demnächst zwölf, lieber einen gro­ßen, wil­den, trau­ri­gen Film wie 'There Will Be Blood' oder einen er­schüt­ternden wie 'Schind­lers Liste', als ihn im Nir­wana der Toggo-Wer­bung und Prime­time-Schmon­zet­ten ver­sacken zu las­sen." (…) "Die Aktion des Sonntagsblattes ließe sich vielleicht als bloße populistische Kampagne abtun, wären nicht so vie­le Medien­politi­ker und sogar die Fami­lien­mini­sterin flugs darauf ein­gestie­gen." Bildblog

Hier wird das Zitat für die Auslassung unterbrochen. Nur für die Aus­las­sung wird das Zitat geschlossen und danach wieder aufgemacht. Das bedeutet aber das Gegen­teil von dem, was Bild­blog be­absich­tigt: Die Aus­lassungs­punkte sind nicht Teil des Zi­tats. Sie können nicht mehr anzeigen, daß etwas vom Zitat aus­gelas­sen wurde. Durch das schlie­ßende An­füh­rungs­zeichen kehrt der Text wie­der auf die Ebene der Erzähl­stimme zurück. Die Aus­las­sung sagt, daß et­was von der Er­zähl­stimme von Bild­blog aus­ge­las­sen wurde. Aber genau das ist ja nicht der Fall. So geht es richtig:

… zu lassen. (…) Die Aktion des Sonn­tags­blat­tes …