Außen vor
Die Wendung außen vor
ist ein Niedergermanismus, also ein regionaler Ausdruck aus dem niederdeutschen Sprachgebiet (Niederdeutsch und Skandinavien), der vor einigen Jahren durch eine Fernsehwerbung für Tampons in Standarddeutsche eingeschleppt wurde.
Empfehlung
Die Wendung außen vor
ist in standarddeutscher Sprache und Schriftexten in Bezug auf Wortbildung und Syntax falsch, weil die innerliche Konstruktion des Ausdrucks im Hochdeutschen keinen Sinn ergibt: Man kann im Hochdeutschen nicht vor sein, sondern nur davor. Das ändert sich auch nicht mit dem verstärkenden Adverb außen
.
Beim Anwenden sollte man sich zudem darüber bewußt sein, daß außen vor
ein sozialer Marker ist: Er zeigt, daß der Sprecher bereit ist, Manieren und Fremdurteile zu übernehmen und weiterzuverbreiten, selbst wenn er sie nicht versteht.
Ausgenommen hiervon sind natürlich Sprecher aus dem niederdeutschen Sprachgebiet, denn im Niederdeutschen ist die Wendung richtig. Sie können nach Belieben Lokalausdrücke auch in standarddeutschen Texten verwenden; auch einem oberdeutschen Sprecher steht es frei, Stiege
statt Treppe
sagen.
| Falsch | Richtig |
|---|---|
| außen vor | draußen |
| außen vor lassen | beiseite lassen, weglassen, auslassen |
| außen vor sein | draußen sein, ausgeschlossen sein |
| außen vor bleiben | draußen bleiben, nicht rein dürfen |