Eyjafjallajökull

der Eyjafjalljökull ist ein auf dem Höhenzug Eyjafjöll ge­le­ge­ner Glet­scher an der Südküste Islands. Der Vul­kan gehört zu einem Vulkan­kom­plex, dessen Zen­trum die Katla (Aussprache-Video) ist. Es wird be­fürch­tet, sie könnte als näch­stes aus­bre­chen.

In der Presse wird manchmal vom Vulkan Eyjafjalljökull ge­spro­chen – jökull ist allerdings das is­ländische Wort für Gletscher. Eyja­fjalla­jökull bezeichnet also nur den Gletscher, der oben auf dem Hö­hen­zug liegt, und nicht das Gebirge oder die Vulkanspalten darunter.

Andere sprechen vom Eyjafjalla-Vulkan oder von dem Eyja­fjal­la. Das ist sach­lich rich­tig, aber sprach­lich falsch, denn die Beu­gungs­form Eyja­fjalla ist der Geni­tiv Plu­ral zur Grund­form Eyjafjöll. Sie wird nur im Kom­posi­tum Eyja­fjalla­jökull ver­wen­det. Weil es sich um einen Höhenzug handelt, ist dies ein Plu­ral­wort (wörtlich: Inselberge), ver­gleich­bar mit den Rockies in Amerika. So spricht das Deut­sche von einer Sonn-en-fin­ster­nis (-en- ist ein alter Geni­tiv Singular), aber ohne Fin­ster­nis spricht man nicht von Son­nen, son­dern von Son­ne.

Bedeutung

Das Wort Eyjafjallajökull besteht aus drei Elementen:

  • ey oder eyja Insel: eyja ist der Genitiv Plural.
  • fjall Berg: fjalla ist der Genitiv Plural.
  • jökull Gletscher

Eyjafjallajökull bedeutet also Inselbergegletscher.

Möchte man hübsch ein­deut­schen, sollte man nicht sagen Eyja­fjalla-Glet­scher, sondern Eyjafjöll-Glet­scher, denn Eyjafjöll ist die Grund­form des Wortes (Insel­berge), während der Ge­ni­tiv Plu­ral Eyja­fjalla- nur für die Wort­bil­dung im Is­ländi­schen benö­tigt wird.

Richtige Aussprache

Isländische Wörter werden immer auf der allere­rsten Sil­be betont: éy-. Neben­beto­nun­gen folgen auf -fjall- und -jök-.

Die grobe Aussprache lautet ääj-ja-fjatt-la-jöch-küt-ll, wobei das letzte ll ein stimm­loses Aus­atmen ist. Das ch in jöch ist ein deutlich hörbarer Hauchlaut. Phonetische Transkription:

Eyjafjalljokull: Phonetische Aussprache-Transkription nach IPA
Aussprache:

Wie man lernt, Eyjafjalljökull auszusprechen

Eyjafjalljökull enthält nur einen einzigen Laut, den das Deutsche nicht kennt: das l am Ende des Wortes. Alle ande­ren Laute und selbst die Laut­kom­bina­tio­nen sind im Deut­schen gar nicht so selten, zum Bei­spiel bei den Namen Merkel und Trakl oder dem Wort Radlager.

Seg­men­tie­ren Sie das Wort in Silben und sprechen sie zunächst jede Silbe wie ein eigenes Wort: äj—ja—fjat—la—jöö—kü—tl. Nach jeder Silbe machen Sie eine lange Pause. Wenn Sie alle Sil­ben einzeln gut sprechen können, sprechen Sie sie in Folge – zuerst wieder ganz langsam, dann im­mer schnel­ler, bis Sie normales Sprech­tempo erreichen. Der letzte Laut, das l, ist wie ein normales l, aber stimm­los. Die Stimm­bänder schwin­gen nicht. Dieser Laut besteht also nur daraus, daß Ihre rest­liche Atem­luft zu beiden Seiten der Zunge ins Freie strömt. Wenn Sie einen Hund haben, sehen und hören Sie ihm mal beim Hecheln zu.

Hinweis für Journalisten

Die Form Eyjafjalla ist die Genitiv-Plural-Form. Sie ergibt nur in der isländischen Zu­sam­men­setz­ung Eyja­fjalla­jökull Sinn. Die gram­ma­tika­lische Grund­form ist Eyjafjöll. Das ist ein Plu­ral­wort und be­deu­tet In­sel­berge oder besser Insel­gebir­ge.

Auf isländisch sagt man Eld­gosið í Eyja­fjalla­jökli. Das heißt Vul­kan­aus­bruch (wör­tlich: Feuer­guß) im Insel­berge­glet­scher. Zur Ein­deut­schung bie­ten sich an:

  • Der Gletscher auf den Eyjafjöll
  • Der Gletscher auf dem Eyjafjöll-Höhen­zug
  • Der Gletscher auf dem Eyjafjöll-Gebirge
  • Der Gletscher auf den Eyjafjöll-Bergen
  • Der Eyjafjöll-Gletscher
  • Der Eyjafjöll-Vulkan
  • Der Vulkan im Eyjafjöll-Höhen­zug

Inzwischen hat sich in der Presse folgen­der Gebrauch ein­ge­bür­gert:

Die Zeit, die sich von An­fang an um eine rich­tige Über­setzung be­müht hat, hat sich von ihrem frühe­ren der Eyjafjalla abgewandt und folgt nun Belles Lettres’ Empfeh­lung: Der Eyja­fjöll-Vul­kan brodelt noch immer. Sehr gut!

Spie­gel Online und viele andere spre­chen nach wie vor vom Vul­kan Eyja­fjalla­jökull, obwohl mitt­ler­weile der letzte er­fah­ren haben dürfte, daß jökull Gletscher heißt und der Vulkan unter dem Gletscher liegt, also nicht mit ihm zu ver­wech­seln ist.