Katla: Aussprache und Bedeutung
ie Katla ist einer der größten Vulkane Islands. Wegen des kürzlichen Ausbruchs des Vulkans unter dem Eyjafjallajökull (Tutorial zur Aussprache und Bedeutung) schwirrt zur Zeit die Befürchtung Hoffnung der Journalisten durch die Presse, nun könne auch der benachbarte Katla-Vulkan ausbrechen.
Bedeutung
Das Wort Katla
ist eine weibliche Ableitung zum Substantiv ketill
Kessel
. Dieser Begriff wurde von den Germanen schon so früh als katilaz
aus dem Lateinischen catīllus
übernommen, daß es nicht der germanischen Lautverschiebung k ⇢ h
unterlag.
Wie im Deutschen bewirkt das i
in ketill
Umlaut des Wurzelvokals a
zu e
. Vergleiche althochdeutsch kezzil
. Ebenso im Englischen kettle
⇠ altenglisch cetil
. In Katla
bewirkt die schwache weibliche Endung -a
, daß der i-Laut schwindet, wodurch der Umlaut hier unterbleibt.i-Umlaut ist eine Lautangleichung: Folgt auf die Wurzelsilbe eines Wortes ein i
, wird ein a
in der Wurzel im Deutschen und im Isländischen zu e
umgelautet. Die Entstehungsorte der Vokale e
und i
liegen näher in der Mundhöhle beieinander, wodurch man es beim Sprechen bequemer hat.
Im Vergleich zum Vulkan unter dem Eyjafjallajökull ist die Katla viel größer, was die Bezeichnung Kesselin
erklärt. Da nach isländischer Logik in jeder Frau ein Vulkan schlummert (der bei unpassender Gelegenheit ausbricht), sind auch im Umkehrschluß alle Vulkane Frauen, was das weibliche Geschlecht des Namens erklärt.
Der Sage nach löste eine Frau mit dem Namen Katla die erste Eruption aus. Sie brachte einen Knaben um und verbarg die Leiche in einem Kessel (!) mit Quark. Als der Winter und der Quark zur Neige gingen, fürchtete Katla, entdeckt zu werden, und sprang in die Vulkanspalte, die auf isländisch Kötlugjá
heißt. Dieses Wort besteht aus kötlu
, dem Genitiv Singular von Katla
und dem Wort gjá
Spalte
. Es ist mit dem deutschen gähnen
verwandt und auch mit dem griechischen Verbum chaíno
ich gähne, klaffe
, wovon sich das chaos ableitet, die gähnende Leere
. Ebenso englisch yawn
ds.
.
Aussprache von Katla
Ein k
im Anlaut ist wie im Deutschen stimmlos und und behaucht. Die Konsonantegruppe tl
wird im Isländischen angeblasen
aðblástur
– so der isländische Ausdruck. Phonetisch spricht man von Präaspiration. Vor tl
spricht man also einen deutlich hörbaren Hauchlaut wie in haben
. Phonetische Transkription: ['khahtla].
Verknüpfte Ausdrücke
Mýrdalsjökull
Auch die Katla liegt unter einem Gletscher, dem Mýrdalsjökull
, auf deutsch Sumpftalgletscher
:
mýri
(im Isländischen weiblich)Moor, Sumpf
dalur
(im Isländischen männlich)Tal
jökull
(männlich)Gletscher
Sólheimajökull, Entujökull, Kötlujökull
An den Hängen der Katla liegen weitere Gletscher:
Sólheimajökull
Sonnenweltgletscher
(wegen seiner südlichen Lage)Kötlujökull
Katlagletscher
Entujökull
Entu-Gletscher (auch ein Berg)
Bild
Vík í Mýrdal
und Kirkjubæjarklaustur
In der Nähe der Katla liegen die Orte Vík í Mýrdal
(wörtlich: Bucht im Sumpftal) und Kirkjubæjarklaustur
(wörtlich: Kirchenhofkloster). In der Gegend gibt es seit langer Zeit Klöster.