EEs ist schon witzig, Naturwissenschaftlern dabei zuzusehen, wie sie sich ins Ver­der­ben re­den. Da rei­chen oft Stich­worte.

Ein sol­ches ist Stun­den­kilo­meter. Ein na­ment­lich un­bekann­ter Brain­bug die­ser Zunft hat­te dazu fol­gen­den geni­alen Ge­dan­ken:

Wenn es in der Mathe­matik ab heißt, dann ist es das Pro­dukt aus den Fak­to­ren a und b; ab ist a×b. Im Aus­druck Stu­den­kilo­meter ste­hen eben­so Stun­den neben Kilo­metern: Stun­den­kilo­meter ist also Stun­den×Kilo­meter. Das ist aber un­genau oder gar falsch, denn es sind tat­säch­lich ja Kilo­meter pro Stun­de.

Hier en­dete der Ge­danke des Brainbugs. Und damit viel zu früh. Denn so genial ein Ein­fall ist, ohne Über­prü­fung ist er nichts wert. Was alle anderen aber nicht daran hindert, es ungeprüft wei­ter­zu­ver­brei­ten und arg­lose Men­schen zu be­leh­ren, als wären sie Idi­oten.

Nehmen wir mal ein an­deres De­ter­minativ­komposi­tum: Rei­hen­häuser. Be­zeich­net dieser Aus­druck das Pro­dukt aus Rei­hen und Häu­sern, also sämt­liche Rei­hen und sämt­liche Häuser? Nein, es bezeich­net den Quo­tien­ten: von allen Häu­sern nur die, die in Rei­he ste­hen. Noch ein Bei­spiel: Son­nen­tage be­zeich­net nicht das Pro­dukt aus Son­ne(n) und Tagen, son­dern Tage mit Son­nen­schein.

Zurück zu den Stundenkilometern. Herr, laß Hirne regnen! Das hat mein Phy­sik­lehrer immer zu mir gesagt. Natür­lich be­zeich­net auch die­ses De­ter­minativ­kompo­situm einen Quoti­enten: Kilo­meter in Be­zug auf die Stun­de, denn das n ist keine Plu­ral­endung, son­dern ein Fugen­ele­ment. Stun­den­kilo­meter sind also Kilo­meter pro Stunde.