Wes’ Geistes Kind

Die Pronomen ›wes‹ und ›des‹ sind keine Verkürzungen aus ›wessen‹ und ›dessen‹ und werden nicht mit Apostroph geschrieben.

Wes’ Geistes Kind

In älteren Redeweisen stoßen wir auf die Wörtchen wes und des:

Wes Brot ich eß, des Lied ich sing.

Im heutigen Deutsch verwendet man dort wes­sen und des­sen, des­halb liegt die An­nah­me nahe, bei wes und des han­del­te es sich um pro­so­disch be­ding­te Kurz­formen. Und wo ge­kürzt wird, steht in der Regel ApostrophVideo-Tutorial und aus­führ­licher Ar­ti­kel: Wie man den Apo­stroph rich­tig ver­wen­det.:

Wes’ Geistes Kind er ist, bewies er dann, als er …

Wie immer im Leben ist es jedoch umgekehrt, als es aussieht.

Wes ist nicht die Verkürzung aus wessen, son­dern um­gekehrt wes­sen die Ver­länge­rung von wes; ebenso ist dessen eine Ver­länge­rung aus des und deren aus der. Diese Lang­formen sind erst im 16. Jahr­hun­dert im west­lichen Hoch­deutsch (Köln bis Stutt­gart) über desse und desses ent­stan­den und haben sich in den fol­gen­den Jahr­hunder­ten ins Sprach­zen­trum aller Deutsch­sprecher ein­geschli­chen.

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