Starke Verben

verb Reiten, ritt, geritten, ride, rode, ridden: Hinter der Beugung der starken Verben steckt ein einfaches und geniales System.
Dauer: 72 Minuten.

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  1.   05:10 Tempus im urgemanischen Verbalsystem
  2.   06:26 Die Grammatikausdrücke Präsens und Gegenwart
  3.   09:53 Das indogermanische Aspektsystem (Wiederholung)
  4.   12:32 Die Entstehung des germanischen Ablautsystems
  5.   25:00 Die Entstehung der Ablautreihen
  6.   27:17 Erste Ablautreihe: reiten, ritt, geritten und englisch ride, rode, ridden
  7.   34:45 zweite Ablautreihe: fliegen, flog, geflogen und englisch fly, flew, flown
  8.   40:00 Dritte Ablautreihe: binden, band, gebunden
  9.   43:29 Fünfte Ablautreihe: geben, gab, gegeben und englisch give, gave, given
  10.   47:06 Exkurs: Germanisch ē1 wie in germanisch *wēgō (> ahd. wāga) versus ē2 wie in germanisch hēr (> ahd. hiar > nhd. hier).
  11.   50:29 Vierte Ablautreihe: nehmen, nahm, genommen
  12.   51:30 Zusammenfassung der e-Reihe: Ablautreihen 1 bis 5 im Überblick
  13.   51:50 Ausbreitung des o-Ablauts im Neuhochdeutschen
  14.   55:50 Sechste Ablautreihe (a-Reihe): fahren, fuhr, gefahren und englisch shake, shook, shaken
  15. 1:02:50 Siebte Ablautreihe: reduplierende Reihe ohne Ablaut

Video veröffentlicht am 19.12.2012 (92.02 MB).

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Wie beugt man starke Verben?

Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie die starken Verben im Deutschen ablauten — allerdings nicht oberflächlich, wie es sonst in Grammatiken und Lehrbüchern zu finden ist. Dort werden einfach Verben mit ähnlichem Dreiklang in willkürlichen Gruppen zusammengefasst und beliebig durchnumeriert. Diese Darstellungen sind falsch, das heißt das System der starken Verben funktioniert nicht so, und Sie müssen damit am Ende doch alles einzeln auswendig lernen, weil die Darstellung keine Gewähr bietet.

In diesem Artikel geht es dagegen darum, das System zur Abwechslung einmal korrekt und erschöpfend so darzustellen, wie es in der deutschen Sprache wirklich funktioniert und entstanden ist. Er eignet sich vor allem für Leser mit vertieftem Interesse und für Lehrer. Wenn Sie sich nur einen Überblick verschaffen wollen, empfehlen wir Ihnen die Druckversion (PDF). Sie besteht aus Grafiken und Tabellen und ist ideal zum Nachschlagen für Muttersprachler und Ausländer im Deutschunterricht.

Dieser Artikel besteht aus drei Teilen:

  • Teil A: Beugung der starken Verbformen: Endungen und Umlaut
  • Teil B: Ablautreihen und Stammformen der starken Verben (knapp gehalten, bitte sehen Sie sich bei tie­fe­rem In­teres­se zur Ein­füh­rung das Video­tutorial an, an­dern­falls reicht es, die Verb­tabel­len der Para­digmen zu über­flie­gen; das Sche­ma springt ins Auge)
  • Teil C: Alphabetische Liste aller starken Ver­ben mit allen für die Beu­gung wich­tigen Formen (zum schnel­len Nach­schla­gen)

A Wie beugt man starke Verben?

Im ersten Teil geht es um die Endungen der starken Verben und den Umlaut ei­ni­ger For­men.

A1 Präsens (Gegenwart)

Die e-Stufe (erste Stammform) bildet den Wurzelvokal für alle Formen, die keine Ver­gangen­heits­bedeutung haben: den In­dika­tiv Prä­sens, den Im­pera­tiv, den Kon­junk­tiv 1 und die Nomi­nal­for­men In­fini­tiv (Ver­bal­sub­stan­tiv) und das Par­tizip Prä­sens (Verbal­adjek­tiv).

Konjugation des starken Verbums: Präsensformen Präsens (Gegenwart) Konjugation der starken Verben: Alle Präsensformen. e Indikativ Präsens Präsens ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie nehm∙e nimm∙st nimm∙t nehm∙en nehm∙t nehm∙en Imperativ Präsens Imperativ nimm! man nehme! nehm∙en wir! nehm∙t! nehm∙en Sie! Konjunktiv Präsens Konjunktiv 1 das ich dass du dass er dass wir dass ihr dass sie nehm∙e nimm∙st nehm∙e nehm∙en nehm∙t nehm∙en Infinitiv und Partizip Präsens Nominalformen nehm∙en nehm∙end

In der 2. und 3. Person Singular Prä­sens bilden ei­nige star­ke Ver­ben Um­laut: du nimmst, er/sie/es nimmt. Die­ser Um­laut wur­de in alt­hoch­deut­scher Zeit ver­ur­sacht, weil die En­dun­gen der star­ken Ver­ben da­mals in die­sen bei­den For­men ein ∙i∙ ent­hiel­ten:

  • ih far∙u (ich fahre)
  • du far∙is → du feris (du fährst)
  • er far∙it → er ferit (er fährt)

Betroffen sind alle Verben der e-Reihe in der ersten Stammform, bei denen das ur­sprüng­liche ∙e∙ in alt­hoch­deut­scher Zeit noch er­hal­ten war:

  • Paradigma 2c: saufen, du säufst; aber: saugen, du saugst (weil es ein schwaches Kausativum säugen gibt).
  • Paradigma 3d: bergen, du birgst; bersten, du birst; sterben, du stirbst; verderben, du verdirbst; werben, du wirbst; werden, du wirst; werfen, du wirfst.
  • Paradigma 3e: gelten, du giltst; helfen, du hilfst; schel­ten, du schiltst.
  • Paradigma 3f: quellen, du quillst; schmelzen, du schmilzt; schwellen, du schwillst. Aber: melken, du melkst. Denn melken wird heute meist schwach ge­beugt. Möglich sind aber noch: du milkst, milk! Schal­len (aus schel­len), du schallst, weil es in der Ver­gan­gen­heit heißt: du schalltest.
  • Paradigma 3g: fechten, du fichtst; flechten, du flichtst.
  • Paradigma 3h: erlöschen (aus erleschen), du erlischt; dreschen, du drischt.
  • Paradigma 4a: befehlen, du befiehlst; ge­bä­ren, du gebierst; neh­men, du nimmst; stehlen, du stiehlst, tref­fen, du triffst.
  • Paradigma 4c: brechen, du brichst; sprechen, du sprichst; ste­chen, du stichst. Bei den den unhistorisch starken ck-Verben schrecken, du schrickst (neben schreckst) und stecken, du steckst (nie stickst) schwankt der Umlaut.
  • Paradigma 5a: geben, du gibst, ge­sche­hen, es geschieht; lesen, du liest; sehen, du siehst; treten, du trittst. Aber ge­ne­sen, du genest (wegen ge­nie­ßen, du genießt).
  • Paradigma 5b: essen, du isst; fressen, du frisst; mes­sen, du misst; ver­ges­sen, du vergisst.
  • Paradigma 5c: bei wiegen wurde die Um­laut­form auf alle For­men aus­geweitet (zur in­halt­lichen Un­ter­schei­dung zu wägen).

Bei diesen Verben wurde der Umlaut von der 2. Person Indikativ auf den Im­pera­tiv ausgeweitet, obwohl der Imperativ auch früher endungslos war: du nimmst → nimm! Impera­tive mit Umlaut erhal­ten niemals die fa­kul­ta­tive En­dung ∙e: *nimme!

Auch die Verben der a-Reihe zei­gen Umlaut a → ä im Indikativ du fährst, er fährt, aber nie im Imperativ fahr schon!:

  • Paradigma 6: fahren, du fährst; backen, du bäckst (neben backst), graben, du gräbst; laden, du lädst, schlagen, du schlägst, tragen, du trägst, waschen, du wäscht.
  • Aber heutzutage nicht mehr das j-Präsens der 6. Ab­laut­reihe: schaffen, du schaffst, weil sich neben der star­ken Beu­gung Fran­ken­stein schuf ein Mon­ster, hat ein Mon­ster ge­schaf­fen eine schwa­che mit an­de­rer Be­deu­tung ge­bil­det hat er schaff­te es ins Ziel, hat es ge­schafft.

Alle Verben mit ∙a∙ der siebten Ablautreihe zeigen den glei­chen Um­laut:

  • Paradigma 7a: blasen, du bläst, braten, du brätst; fallen, du fällst; geraten, du gerätst; halten, du hältst; las­sen, du lässt; raten, du rätst; schlafen, du schläfst.
  • Paradigma 7b: laufen, du läufst. Aber nicht: hauen, du haust.
  • Paradigma 7e: empfangen, du empfängst, fan­gen, du fängst.

Zudem auch noch als Nachahmung stoßen, du stößt nach Paradigma 7d.

A2 Präteritum (Vergangenheit)

Die a-Stufe (zweite Stammform) bildet den Wurzelvokal für alle Formen der Ver­gan­gen­heit: den In­dika­tiv Prä­teri­tum und zudem den Kon­junk­tiv 2 (Ir­rea­lis)Tutorial: Wie verwendet man den Konjunktiv 2 im Deutschen?, der aller­dings im heu­tigen Deut­schen keine Ver­gan­gen­heits­bedeu­tung mehr hat.

Konjugation des starken Verbums: Präteritalformen Präteritum (Vergangenheit) Konjugation der starken Verben: Alle Präteritalformen. a Indikativ Präsens Präteritum ich du er/sie/es wir ihr sie/Sie nahm∙Ø nahm∙st nahm∙Ø nahm∙en nahm∙t nahm∙en Konjunktiv Präteritum = Konjunktiv 2 Konjunktiv 2 als ob ich als ob du als ob er als ob wir als ob ihr als ob sie nähm∙e nähm∙est nähm∙e nähm∙en nähm∙et nähm∙en

Der Konjunktiv 2 hat den regelmäßigen Umlaut des Wurzelvokals im Prä­teri­tum:

  • a → ä ich nahm → als ob ich nähme
  • o → ö ich schmolz → als ob ich schmölze
  • u → ü ich fuhr → als ob ich führe

Wenn der Ablaut im Präteritum bereits palatal (vorn im Mund ent­stehend, zum Bei­spiel ∙i) ist, ist Um­laut un­nötig.

  • i = i ich ritt → als ob ich ritte (Ablautreihe 1)
  • i = i ich fiel → als ob ich fiele (Ablautreihe 7)

Die oben gezeigten Umlaute lassen sich sehr verläßlich vom Ablaut des Prä­teri­tums ab­leiten. Un­erwar­tete Um­laute tre­ten nur vor ∙r∙Kon­so­nant, ∙l, ∙nn auf:

  • Regelmäßig in Paradigma 4b daß ich schwöre, zur Un­ter­schei­dung vom Prä­sens auch al­ter­tümlich daß ich schwüre.
  • Das Paradigma 3e hat den Konjunktiv 2 mit altem ∙ü∙: als ob ich hülfe, schölte, stürbe, verdürbe, würbe, würde, würfe statt *hälfe, *schälte, *stärbe, *verdärbe, *wärbe, *wärde, *wärfe.
  • Das Paradigma 3b hat ∙ö∙: als ob ich begönne, gewönne, rönne, schölle, schwömme, sönne, spönne statt *begän­ne, *ge­wän­ne, *rän­ne, *schäl­le, *schwäm­me, *sänne, *spänne.
  • In Paradigma 4a haben alle Verben mit ∙l∙ den Umlaut ∙ö∙ statt ∙ä∙: als ob ich stöh­le (daneben selten stähle), be­föh­le, emp­föhle.

A3 j-Präsentien

j-Präsentien (Plural auch j-Präsentia, Singular das j-Präsens sind alte Bil­dun­gen von Prä­sens­for­men, die in einigen starken Verben in den ger­mani­schen Spra­chen noch erhalten sind. Hier wurde in den Prä­sens­form ein Suffix ∙j an die Wurzel an­gehängt, zum Bei­spiel germanisch skap∙ja∙, bed∙ja∙, set∙ja∙. Die Ver­gangen­heits­for­men und das Par­tizip Präteritum hatten das Suffix nicht. Dieser Zu­stand ist heute nur noch im Is­ländi­schen gut zu sehen: sitja sitzen, við sit∙j∙um wir sitzen, aber við sát∙um wir saßen und setinn ge­ses­sen.

Im Deutschen ist das Suffix im Zuge der hoch­deutschen Lautverschiebung mit dem voran­gehenden Kon­sonanten ver­schmol­zen und bewirkt Verdop­pe­lung des Kon­sonanten, die nach wie vor nur im Prä­sens auftritt, und zudem Umlaut in allen Prä­sens­formen:

  • sitzen (sit∙ja∙), bitten (bed∙ja)
  • ich saß (sat), ich bat (bad)
  • gesessen (setanaz), gebeten (betanaz)

Beim Verbum schaffen, ich schuf aus ger­manisch skap∙ja hat man den Um­laut erst im Neu­hoch­deut­schen schef­fen/schep­fen rück­gän­gig ge­macht (zum Grund sie­he oben).

A4 Präteritopräsentien

Präteritopräsentien sind eine Sonder­klasse von Verben. Es sind die Mo­dal­ver­ben des Deut­schen. Bei ihnen ist das Beu­gungs­para­digma nach links ver­schoben. Ablaut und En­dun­gen des Prä­teri­tums der nor­malen star­ken Ver­ben ist hier der Sin­gular der Gegen­wart:

  • ich kann (ich rann)
  • du kannst (du rannst)
  • er/sie/es kann (er/sie/es rann)

Der Plural der Gegenwart entspricht dem bis zum Früh­neuhoch­deutschen üb­lichen Plural Prä­teri­tum der star­ken Ver­ben.

  • wir k[ö←u]nnen (frühneuhochdeutsch: wir runnen)
  • ihr k[ö←u]nnt (frühneuhochdeutsch: ihr runnet)
  • sie k[ö←u]nnen (frühneuhochdeutsch: sie runnen)

Das Präteritum bilden die Präteritopräsentien schwach: ich konnte, ich sollte, ich musste, ich durfte, ich wusste, ich mochte. Mehr über die be­son­dere Beu­gung und syn­tak­tische Ver­wen­dung der Prä­terito­präsen­tien er­fah­ren Sie im Tuto­rial über brau­chen zu.Brauchen zu und Präteritopräsentien

B Die Ablautreihen und Stammformen der starken Verben

Das Ablautschema war zu Beginn im Ur­germa­nischen sehr ein­fach. Da die Verbal­wur­zeln in der Fülle in der Gegen­wart den Vokal ∙e∙ aufwie­sen, wurde die e∙Stufe das Er­ken­nungs­zeichen für das Prä­sens. Diese Ver­ben bil­den die so­genann­te e∙Reihe.

  • Gegenwart mit Wurzelvokal ∙e∙:
    rejd∙, bewd∙, spenn∙, nem∙, geb∙
  • Vergangenheit durch Ablaut e→a:
    raid∙, baud∙, spann∙, nam∙, gab∙

Im weiteren Verlauf der Sprachentwicklung ver­schmolz der Vokal ∙e∙ al­ler­dings mit dem nach­folgen­den Kon­sonan­ten, wo­durch sich die ein­heit­liche e-Reihe in fünf Ab­laut­reihen aufgegliederte.

  • ∙e∙ vor Sonorant ∙j∙ → erste Ablautreihe
  • ∙e∙ vor Halbvokal ∙w∙ → zweite Ablautreihe
  • ∙e∙ vor Sonorant m, n, l, r plus belieb. Konsonant → dritte Ablautreihe
  • ∙e∙ vor Sonorant m, n, l, r oder ch → vierte Ablautreihe
  • ∙e∙ vor Obstruent → fünfte Ablautreihe

In der Vergangenheit weisen die Verben der e-Reihe den Wurzelvokal ∙a∙ auf.

  • ich nehme → ich nahm
  • ich gebe → ich gab

Es wandelt sich im Neuhochdeutschen zu ∙o∙, wenn ihm ein Sonorant m, n, l, r oder ein Halbvokal w, j vorausgeht (o-Drift):

  • schwor statt schwar
  • schmolz statt schmalz
  • dro∙sch statt drasch

Heute besitzt ein starkes Verb der e-Reihe drei Ablautstufen:

  • Gegenwart (Stammform 1): rinnen, ich rinne, rinne!, rinnend
  • Vergangenheit (Stammform 2): ich rann, wir rannen
  • Partizip der Vergangenheit (Stammform 3): geronnen

Diese Zahl ergab sich jedoch erst im Früh­neuhoch­deutschen, davor galt die a-Stufe nur im Singular des Prä­teri­tums. Im Plu­ral war der Wur­zel­vokal ursprüng­lich ganz geschwun­den, weil die Betoung in früh­germani­scher Zeit auf der Endung lag:

  • Gegenwart: germanisch renn∙ōich rinne
  • Vergangenheit Singular: rannich rann
  • Vergangenheit Plural: rØnn∙umich rinne
  • Partizip: rØnanaz

Das Zeichen Ø steht für nichts (leere Menge). Der Wurzel fehlt nun ein Vokal. Gerät ein Sonorant in den Kern der Wur­zel­silbe, wird im Ger­mani­schen ein ∙u∙ ein­ge­fügt: sØnga­naz gesungensun­ga­nazge­sun­gen, rØnn∙um rannenrunnum → mit­tel­hoch­deutsch run­nen.

In der fünften Ablautreihe gerät ein Verschlußlaut in den Kern der Silbe gØb∙um wir gaben, was na­tür­lich nie­mand aus­spre­chen kann. Des­halb wird hier ein ge­dehn­tes ∙ē∙ ein­ge­fügt, denn kur­zes ∙e∙ ist bereits das Kenn­zei­chen für Prä­sens und ∙a∙ das Zei­chen für den Sin­gu­lar der Ver­gan­gen­heit: gØb∙um gabengēbum → alt­tel­hoch­deutsch gābum. Jedes ger­mani­sche ē wird im Alt­hoch­deut­schen zu ā.

Be e-Reihe

Aus den möglichen Lauten, die dem Wurzelvokal (Ablaut) folgen konnten, ergeben sich also fünf Ablautreihen:

  • 1 ∙e+j∙ (reida∙) → ahd. ī (rītan) → nhd. reiten
  • 2 ∙e+w∙ (beuda∙) → ahd. io (biotan) → nhd. bieten
  • 3 ∙e+SC∙ (benda∙) → ahd. iSC (bintan) → nhd. binden
  • 4 ∙e+S∙ (nema∙) → ahd. e (neman) → nhd. nehmen
  • 5 ∙e+O∙ (geba∙) → ahd. e (geban) → nhd. geben

Weil die Laute im Laufe der Zeit unterschiedlich mit dem Vokal in­ter­agier­ten, sieht man in den For­men heut­zu­tage Un­ter­schie­de. In der drit­te Ab­laut­reihe wurde das ∙e∙ vor den Na­sa­len oft zu ∙i∙ ge­hoben: schwim­men, rin­nen, aber gel­ten, bersten. In der ersten Ab­laut­reihe ver­schmol­zen ∙e∙ und ∙i/j∙ zu lan­gem ∙ī∙, das erst im Neu­hoch­deut­schen zu­fäl­lig wieder zu ∙ei∙ wurde (neu­hoch­deut­sche Di­phthon­gie­rung: mit­tel­hoch­deutsch mīn → neu­hoch­deutsch mein).

Auch wenn das System komplizierter gewor­den ist, bleibt es den­noch ein Sys­tem. Die star­ken Ver­ben sind alles an­dere als un­regel­mäßig.

Be1 Erste Ablautreihe

Die erste Ablautreihe entsteht aus Verben, bei denen im Urgermanischen der Halbvokal ∙i/j∙ auf den Wurzelvokal folgte. Halbvokale (j, w) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können. Sie werden dabei zu Vokalen: i, u.

Ablautschema der ersten Ablautreihe vom Urgermanischen bis zum modernen Deutschen Ursprungliches Ablautschema im Urgermanischen e∙i a∙i Ø∙i Ø∙i Sprachstufen: Urgermanisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch Anfang Urgerm. Ahd. Mhd. Nhd. Heute Präsens dreibana trīban trīben treiben Präteritum Singular draib treib treip trieb Präteritum Plural dribum tribum trīben trieben Partizip dribanaz gitriban getriben getrieben Heutiges Ablautschema im Neuhochdeutschen ei ie ie ie

Es ergeben sich zwei Paradigmen:

1a: ∙ei∙ bleiben, blieb, geblieben

Im Präteritum und Partizip wird ∙i∙ im Neuhochdeutschen ge­dehnt, wenn nicht ein Kon­sonant wie in 1b folgt. Aus­nah­men sind mied (statt *mitt) und schied (statt *schitt).

Präsens Präteritum Partizip
∙ei∙ ∙ī∙ ∙ī∙
bleibenbliebgeblieben
gedeihengediehgediehen
leihenliehgeliehen
meidenmied(!)gemieden
preisenpriesgepriesen
reibenriebgerieben
scheidenschied(!)geschieden
scheinenschiengeschienen
schreibenschriebgeschrieben
schreienschriegeschrie(e)n
schweigenschwieggeschwiegen
speienspiegespie(e)n
steigenstieggestiegen
treibentriebgetrieben
weisenwiesgewiesen
zeihenziehgeziehen
1b: ∙ei∙D∙ beißen, biss (biß), gebissen

Vor ch, f, ß, d, t (D), die wie ∙i∙ vorne im Mund ar­tiku­liert werden, wird ∙i∙ im Prä­teri­tum und Par­tizip nicht ge­dehnt. Es bleibt also kurz, wo­durch der fol­gen­de Kon­so­nant im Neu­hoch­deut­schen dop­pelt ge­schrie­ben wird.

Präsens Präteritum Partizip
∙ei∙D∙ ∙ĭ∙DD∙ ∙ĭ∙DD∙
beißenbissgebissen
bleichenblichgeblichen
gleichenglichgeglichen
gleitenglittgeglitten
greifengriffgegriffen
kneifenkniffgekniffen
leidenlittgelitten
pfeifenpfiffgepfiffen
reißenrissgerissen
reitenrittgeritten
scheißenschissgeschissen
schleichenschlichgeschlichen
schleifenschliffgeschliffen
schleißenschlissgeschlissen
schmeißenschmissgeschmissen
schneidenschnittgeschnitten
schreitenschrittgeschritten
spleißensplissgesplissen
streichenstrichgestrichen
streitenstrittgestritten
weichenwichgewichen

In klassischer Rechtschreibung im Auslaut ß statt ss.

Präteritopräsens der ersten Ablautreihe

Das Präteritopräsens der ersten Ablautreihe ist wissen.

Präsens Präteritum Partizip
∙ei∙D∙ ∙ĭ∙DD∙ ∙ĭ∙DD∙
∙ei∙∙i∙[∙u∙te]
weißwissenwusste (wußte)

Die schwache Vergangenheit mit ∙u∙ ist recht neu. Zuvor hieß es wiste/wisse.

Starke Verben der ersten Ablautreihe im Englischen

Die Verben mit regulärer englischer Lautentwicklung sind:

Präsens Präteritum Partizip
bidebode (o←ō←ā←ai)bidden
drivedrovedriven
rideroderidden
writewrotewritten

In folgenden Formen wurde ∙o∙ im Präteritum durch ∙i∙ ersetzt.

Präsens Präteritum Partizip
bitebit (i«ō←ā←ai)bitten
hidehidhidden
riseriserisen
shitsh[i|a]tshit
slitslitslit

Be2 Zweite Ablautreihe

Die zweite Ablautreihe entsteht aus Verben, bei denen im Ur­ger­mani­schen der Halb­vokal ∙u/w∙ auf den Wur­zel­vokal folgte.

Ablautschema der ersten Ablautreihe vom Urgermanischen bis zum modernen Deutschen Ursprungliches Ablautschema im Urgermanischen e∙u a∙u Ø∙u Ø∙u Sprachstufen: Urgermanisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch Anfang Urgerm. Ahd. Mhd. Nhd. Heute Präsens fleugana fliugan vliegen fliegen Präteritum Singular flaug floug vlouc flog Präteritum Plural flugum vlugen vlugen flogen Partizip fluganaz giflogan gevlogen geflogen Heutiges Ablautschema im Neuhochdeutschen ie o o o
2a: ∙ie∙ biegen, bog, gebogen
Präsens Präteritum Partizip
∙ie∙ ∙o∙ ∙o∙
biegenboggebogen
bietenbotgeboten
k[ür←ies]enerkorerkoren
fliegenfloggeflogen
fliehenflohgeflohen
fließenflossgeflossen
frierenfrorgefroren
genießengenossgenossen
gießengossgegossen
kriechenkrochgekrochen
riechenrochgerochen
schiebenschobgeschoben
schießenschossgeschossen
schließenschlossgeschlossen
siedensottgesotten
sprießensprossgesprossen
stiebenstobgestoben
triefentroff (triefte)(getrieft)
verdrießenverdrossverdrossen
verlierenverlorverloren
ziehenzoggezogen

Wiegen, wog, gewogen passt zwar hierher, gehört aber historisch und lexikalisch zu 5d und den anderen Abkömmlingen von wegen.

2b: ∙ü∙ lügen, log, gelogen

Bei zwei Verben wurde der Ablaut im Prä­sens im Neu­hoch­deut­schen von ∙ie zu ∙ü∙ ver­ändert, wahr­schein­lich um die For­men vor Ver­wechs­lungen zu feien:

  • lügen (versus liegen, lag, gelegen) ← mittelhochdeutsch liegen (vgl. engl. lie)
  • trügen ← mittelhochdeutsch triegen (analog zu lügen)
Präsens Präteritum Partizip
∙ü∙ ∙o∙ ∙o∙
l[ü←ie]genloggelogen
tr[ü←ie]gentroggetrogen
2c ∙au∙ saufen, soff, gesoffen

Deutsch ∙au∙ aus urgermanisch ∙ū∙ (ge­heimnis­volle ge­dehnte Schwund­stufe zu nor­malem ∙eu∙).

Präsens Präteritum Partizip
∙ei∙D∙ ∙ĭ∙DD∙ ∙ĭ∙DD∙
∙au∙∙o∙∙o∙
saufensoffgesoffen
saugensoggesogen

Dieses Paradigma zeigt zwei Sonder­fälle, alle an­deren Ver­ben mit ∙au∙ gehen nach Para­digma 7b.

Starke Verben der zweiten Ablautreihe im Englischen
Präsens Präteritum Partizip
brew(brewed)brewn
ch[oo←ē]sechosechosen
cleaveclovecloven
freezefrozefrozen
flyflewflown
shootshotshot

Be3 Dritte Ablautreihe

Die dritte Ablautreihe entsteht aus Verben, bei denen im Ur­ger­mani­schen auf den Wur­zel­vokal ein Sonorant m, n, l, r und dahinter ein wei­terer be­liebi­ger Kon­sonant folgte. Sonoranten (m, n, l, r) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können.

Ablautschema der ersten Ablautreihe vom Urgermanischen bis zum modernen Deutschen Ursprungliches Ablautschema im Urgermanischen e∙SC a∙SC Ø∙SC Ø∙SC Sprachstufen: Urgermanisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch Anfang Urgerm. Ahd. Mhd. Nhd. Heute Präsens bendana bintan binden binden Präteritum Singular band bant bant band Präteritum Plural bundum buntum bunden banden Partizip bundanaz gibuntan gebunden gebunden Heutiges Ablautschema im Neuhochdeutschen e|iSC aSC aSC u|oSC
3a: ∙iNC∙ binden, band, gebunden

Vor Nasal m, n (C₁=N={m,n}≠C₂) wird germanisches ∙e∙ zu ∙i∙ gehoben.

Präsens Präteritum Partizip
∙i∙nC ∙a∙nC ∙u∙nC
bindenbandgebunden
dingendanggedungen
dringendranggedrungen
findenfandgefunden
gelingengelanggelungen
klingenklanggeklungen
ringenranggerungen
schinden(schindete)geschunden
schlingenschlanggeschlungen
schwindenschwandgeschwunden
schwingenschwanggeschwungen
singensanggesungen
sinkensankgesunken
springenspranggesprungen
stinkenstankgestunken
trinkentrankgetrunken
windenwandgewunden
wringenwranggewrungen
zwingenzwanggezwungen

Unhistorisch (aber nicht falsch!) sind die bei­den fol­gen­den star­ken Par­tizi­pien:

Präsens Präteritum Partizip
(winkenwinkte)gewunken
(∙wünschen∙wünschte)verwunschen
3b: ∙iNN∙ rinnen, rann, geronnen

Vor ∙mm∙ und ∙nn∙ (C₁=C₂={m, n}) wird ger­mani­sches ∙e∙ zu ∙i∙ gehoben. Im Par­ti­zip ent­steht ∙o∙ durch a-Umlaut, weil die En­dung a ent­hält und da­zwi­schen ein Nasal steht. a-Umlaut: ahd. u>o| _ [m,n] a
u wird im Alt­hoch­deut­schen zu o, wenn in der fol­gen­den Silbe a folgt und da­zwi­schen ein Nasal.

Präsens Präteritum Partizip
∙i∙NN ∙a∙NN ∙o∙NN
beginnenbegannbegonnen
gewinnengewanngewonnen
rinnenranngeronnen
schwimmenschwammgeschwommen
sinnensanngesonnen
spinnenspanngesponnen

Unhistorisch ist das Verbum sinnen in allen For­men und Zu­sam­men­set­zun­gen:

Präsens Präteritum Partizip
sinnen (nach Rache)sanngesonnen
sich besinnenbesann sichbesonnen
ersinnenersannersonnen
nachsinnensann nachnachgesonnen
  wohlgesonnen

All diese Formen sind erst im Neu­hoch­deut­schen vom Sub­stan­tiv Sinn ab­ge­leitet und müß­ten nor­maler­weise schwach ge­beugt werden sinnte, ge­sinnt. Die star­ken For­men füh­ren ein älte­res Ver­bum sin­nen mit der Be­deu­tung gehen fort. Mehr dar­über im Tuto­rial über die Frage Stirbt die starke Kon­juga­tion aus? (Minute 36) sowie im Tuto­rial über die Wen­dung Sinn machen.

3c: ∙S∙i∙NN klimmen, klomm, geklommen

Wie 3b, aber dem Vokal geht der Sono­rant l vor­aus, der ∙a∙ im in neu­hoch­deut­scher Zeit zu ∙o∙ werden ließ (o-Drift).

Präsens Präteritum Partizip
∙S∙i∙mm ∙S∙o∙mm ∙S∙o∙mm
glimmenglommgeglommen
klimmenklommgeklommen
(beklemmenbeklemmte)beklommen

Unhistorisch ist:

Präsens Präteritum Partizip
(beklemmen) beklommen

Beklommen ist das Partizip zum schwachen Verb klem­men und nicht von klim­men und müßte ei­gent­lich wie im Mit­tel­alter beklemmt lau­ten.

3d: ∙erC∙ werben, warb, geworben

Im Präsens bleibt germanisches ∙e∙ vor ∙r∙ erhalten. Es verhindert auch o-Drift im Prä­teri­tum.

Präsens Präteritum Partizip
∙e∙rCm ∙a∙rC ∙o∙rC
bergenbarggeborgen
berstenbarstgeborsten
sterbenstarbgestorben
verderbenverdarbverdorben
werbenwarbgeworben
werdenward→wurdegeworden
werfenwarfgeworfen
(verwirrenverwirrte)verworren
3e: ∙elC∙ gelten, galt, gegolten

Im Präsens bleibt ger­mani­sches ∙e∙ vor ∙l∙ erhalten.

Präsens Präteritum Partizip
C∙e∙lC C∙a∙lC C∙o∙lC
geltengaltgegolten
helfenhalfgeholfen
scheltenschaltgescholten
3f: ∙S∙e∙lC schmelzen, schmolz, geschmolzen

Wie 3e, aber dem Vokal geht ein Sonorant m, n, l, r oder Halbvokal j, w vor­aus, der ∙a∙ im Prätertum zu ∙o∙ wer­den ließ (o-Drift). Sonoranten (m, n, l, r) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können.
Halbvokale (j, w) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können. Sie werden dabei zu Vokalen: i, u.

Präsens Präteritum Partizip
m/w∙e∙lC m/w∙o∙lC m/w∙o∙lC
melkenmolkgemolken
quellenquollgequollen
schmelzenschmolzgeschmolzen
schwellenschwollgeschwollen

Analog nach schwellen und quellen:

Präsens Präteritum Partizip
sch[a←e]llenschollgeschollen
3g: ∙S∙e∙chC flechten, flocht, geflochten

Das ∙ch∙ wird wie die Sonorant m, n, l, r be­han­delt. Flech­ten hat ∙o∙ im Prä­teri­tum, weil ihm ein Sonorant vor­aus­geht, fech­ten ana­log dazu. Sonoranten (m, n, l, r) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können.

Präsens Präteritum Partizip
S∙e∙cht S∙o∙cht S∙o∙cht
fechtenfochtgefochten
flechtenflochtgeflochten
3h: ∙S∙e∙schC dreschen, drosch, gedroschen

Auch ∙sch∙ wird wie die Sonoranten m, n, l, r be­han­delt. Dem Vo­kal geht zudem ein Sonorant vor­aus, der ∙a∙ im Prä­teri­tum zu ∙o∙ werden ließ o-Drift. Sonoranten (m, n, l, r) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können.

Präsens Präteritum Partizip
S∙e∙sch S∙o∙sch S∙o∙sch
erl[ö←e]schen erloscherloschen
dreschendroschgedroschen

Die Grundform von intrasitivem erleschen das Feuer er­lischt, er­losch wur­de nach tran­siti­vem und schwa­chem löschen, lösch­te, ge­löscht er löscht(e) das Feuer zu er­lö­schen an­ge­gli­chen.

Präteritopräsentien der dritten Ablautreihe
Präsens Präteritum Partizip
∙uSC∙ ∙aSC∙ [o/u∙t∙]
k[ö←u]nnenkannkonnte/gekonnt
d[ü←u]rfendarfdurfte/durften
Starke Verben der dritten Ablautreihe im Englischen
Präsens Präteritum Partizip
beginbeganbegun
clingclangclung
drinkdrankdrunk
flingflungflung
grindgroundground
ringrangrung
runranrun
singsangsung
sinksanksunk(en)
shrinkshrankshrunk
spinspanspun
stinkstankstunk
swimswamswum
swingswangswung
wringwrangwrung
winwonwon
bindboundbound
fightfoughtfought
findfoundfound
windwoundwound
burstburstburst

Be4 Vierte Ablautreihe

Die vierte Ablautreihe entsteht aus Verben, bei denen im Ur­germani­schen auf den Wur­zel­vokal ein Sono­rant m, n, l, r und da­hin­ter nur noch die En­dung folgte.

Ablautschema der vierten Ablautreihe vom Urgermanischen bis zum modernen Deutschen Ursprungliches Ablautschema im Urgermanischen e∙S a∙S ē∙S Ø∙S Sprachstufen: Urgermanisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch Anfang Urgerm. Ahd. Mhd. Nhd. Heute Präsens nemana neman nemen nehmen Präteritum Singular nam nam nam nahm Präteritum Plural nēmum nāmum nāmen nahmen Partizip numanaz ginoman genomen genommen Heutiges Ablautschema im Neuhochdeutschen eS aS aS oS

Die Ablautstufe im Präteritum Plural zeigt statt Schwund nach dem Vor­bild von Ablaut­reihe fünf Deh­nung auf.

4a: ∙e∙S nehmen, nahm, genommen
Präsens Präteritum Partizip
∙e∙S ∙a∙S ∙o∙S
e∙Sa∙So∙S
befehlenbefahlbefohlen
empfehlenempfahlempfohlen
geb[ä←e]rengebargeboren
k[o←e]mmenkamgekommen
nehmennahmgenommen
stehlenstahlgestohlen
treffentrafgetroffen
4b schwören, schwor, geschworen

Wie 4a, aber dem Vokal geht bei schwören (früh­neu­hoch­deutsch noch schwe­ren) ein Halb­vokal j, w voraus, der ∙a∙ im Prä­teri­tum zu ∙o∙ werden ließ (o-Drift):

Präsens Präteritum Partizip
w∙e∙S w∙o∙S w∙o∙S
schwörenschworgeschworen
4c: ∙e∙ch brechen, brach, gebrochen

Das nur im Hoch­deut­schen aus urgermanisch ∙k∙ ent­stan­dene ∙ch∙ wird wie ein Sonorant m, n, l, r behandelt. Sonoranten (m, n, l, r) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können.

Präsens Präteritum Partizip
e∙ch a∙ch o∙ch
brechenbrachgebrochen
sprechensprachgesprochen
stechenstachgestochen

Unhistorisch stark sind alle Verben mit ∙ck:

Präsens Präteritum Partizip
e∙ck a∙ck o∙ck
steckenstakgesteckt
schreckenschrakgeschrocken

Beide Verben wurden im Mittel­alter von den schwa­chen Ver­ben stecken, stacte, ge­stecket sowie transitiv schrecken, schrachte, geschrecket und intransitiv schricken, schrich­te, ge­schricket ab­gelei­tet. Weil viele Ver­ben im Deut­schen als Pär­chen aus star­ken in­transi­tiven Ver­bum und schwa­chem tran­siti­ven Kau­sati­vum schricken, schrichte, ge­schricket zu starkem schrecken, schrak, ge­schrocken.

Bei stecken konnte sich die star­ke Beu­gung nicht durch­set­zen, bei er­schrecken, er­schrak, er­schrocken zwar schon, doch der Aus­druck wird da­ne­ben sehr oft re­fle­xiv kon­stru­iert, und in die­sem Fall wird wie­der schwach ge­beugt: du er­schreckst dich und nicht du *er­schrickst dich, er er­schreck­te sich und nicht *er­schrak sich.

Präteritopräsens der vierten Ablautreihe
Präsens Präteritum Partizip
∙uS∙ ∙oS∙ [∙o∙t∙]
s[o←u]llensoll/sollensollte/gesollt
Starke Verben der vierten Ablautreihe im Englischen
Präsens Präteritum Partizip
bearboreborn
swearsworesworn
shearshoreshorn
breakbrokebroken
speakspokespoken
stealstolestolen
stickstackstuck

Stick entspricht deutsch stechen.

Be5 Fünfte Ablautreihe

Die fünfte Ablautreihe entsteht aus Verben, bei denen im Ur­germani­schen auf den Wurzel­vokal ein Obstruent (O), konkret g, h, s, folgte. Obstruenten sind Verschlußlaute (b, d, g, p, t, k) und Reibelaute (f, s, ch), also alle Konsonanten, die im Gegensatz zu Sonoranten (m, n, l, r) und Halbvokalen (j, w) nicht im Kern einer Silbe stehen können.

Ablautschema der fünften Ablautreihe vom Urgermanischen bis zum modernen Deutschen Ursprungliches Ablautschema im Urgermanischen e∙O a∙O ē∙O e∙O Sprachstufen: Urgermanisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch Anfang Urgerm. Ahd. Mhd. Nhd. Heute Präsens gebana geban geben geben Präteritum Singular gab gab gap gab Präteritum Plural gēbum gābum gāben gaben Partizip gebanaz gigeban gegeben gegeben Heutiges Ablautschema im Neuhochdeutschen eO aO aOS eC

Die Ablautstufe im Präteritum Plural zeigt statt Schwund Deh­nung zu ∙ē∙. Das Par­ti­zip hat den­selben Ablaut wie das Prä­sens.

5a: ∙eC∙ geben, gab, gegeben

Das Standardparadigma zeigt keine Abweichung vom Prinzip:

Präsens Präteritum Partizip
e∙C a∙C e∙C
gebengabgegeben
genesengenasgenesen
geschehengeschahgeschehen
lesenlasgelesen
sehensahgesehen
tretentratgetreten
verwegen
5b: ∙ess∙ essen, aß, gegessen

Das lange ∙ā∙ im Prä­teri­tum ist bei essen und fres­sen seit jeher lang, die an­deren ana­log dazu.

Präsens Präteritum Partizip
∙e∙ss ∙ā∙ß ∙e∙ss
essengegessen
fressenfraßgefressen
messenmaßgemessen
vergessenvergaßvergessen
5c: ∙(j/w)∙eC∙ heben, hob, gehoben

Dem Vokal geht ein Halbvokal j, w voraus, der ∙a∙ im Prä­teri­tum zu ∙o∙ werden ließ (o-Drift). Hierzu zählen alle Ab­kömm­linge von mittelhochdeutsch wegen. Halbvokale (j, w) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können. Sie werden dabei zu Vokalen: i, u.

Präsens Präteritum Partizip
j/w∙e∙C j/w∙o∙C j/w∙o∙C
abw[ä←e]genwog ababgewogen
bewegenbewogbewogen
erw[ä←e]generwogerwogen
gären (←jesen)gorgegoren
hebenhob gehoben
w[ä←e]genwoggewogen
w[ie←e]genwoggewogen

Heben analog dazu. Es ist eigentlich ein j-Präsens (früher heb­ben, he­ven, aus ger­ma­nisch hab∙ja∙, ety­molo­gisch ver­wandt zu la­tei­nisch capĭō ich fasse) mit den For­men ich hab, er­haben. Hob wurde wohl aus Ähn­lich­keit zu zu haben, ich habe zu hob, das Par­ti­zip er­ha­ben als Ad­jek­tiv lexi­kali­siert und ein neu­es ge­hoben ge­bil­det.

Bewegen ist nur stark, wenn eine Ein­wir­kung auf den Geist zur Be­schluß­fassung gemeint ist: Was hat dich dazu be­wogen? Aber: Der Mann be­wegte sich nicht.

5d bitten, bat, geboten

j-Prä­sentien der fünf­ten Ab­laut­reihe. Die Prä­sens­formen hat­ten ein j-Suffix, das im Deut­schen den voran­gehen­den Kon­sonan­ten be­ein­flußt und Umlaut e→i aus­gelöst hat: bid∙ja∙ → bitten, sit∙ja∙ → sitzen.

Präsens Präteritum Partizip
[i←e]C∙j aC eC
bittenbatgebeten
liegenlaggelegen
sitzensaßgesessen
Präteritopräsens der fünften Ablautreihe
Präsens Präteritum Partizip
∙uC∙ ∙aC∙ [∙o∙t∙]
m[ö←u]genmagmochte/gemocht (nach 5a)
Starke Verben der fünften Ablautreihe im Englischen
Präsens Präteritum Partizip
comecamecome
eatateeaten
forgetforgotforgotten
getgotgot
givegavegiven
seesawseen
sew(sewed)sewn

Englische j-Präsentien:

Präsens Präteritum Partizip
bid bittenbidbeaten
lie liegenlaylain
sit sitzensat(e)sitten

Ba a-Reihe

Nicht alle urgermanischen Verben paßten in das Schema e = Gegenwart, a = Ver­gan­gen­heit. Einige Verben erbten aus selte­neren Prä­sens­for­men im Ur­indo­germani­schen ein ger­mani­sches Prä­sens mit ∙ă∙ (kurzes ∙ă∙).

Ba6 Sechste Ablautreihe

Sie bilden die a-Reihe oder sechste Ablaut­reihe mit ∙ă∙ in der Gegen­wart und im Par­ti­zip Prä­teri­tum sowie ∙ō∙ (wird neu­hoch­deutsch ∙u∙) in bei­den Ver­gan­gen­heits­for­men: fah­ren, fuhr, ge­fah­ren, schla­gen, schlug, ge­schla­gen.

Ablautschema der sechsten Ablautreihe vom Urgermanischen bis zum modernen Deutschen Ursprungliches Ablautschema im Urgermanischen a∙O ō∙O a∙O Sprachstufen: Urgermanisch, Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Neuhochdeutsch Anfang Urgerm. Ahd. Mhd. Nhd. Heute Präsens farana faran varn fahren Präteritum fōr, fōrum fuor, fuorum vuor, vuoren fuhr, fuhren Partizip faranaz gifaran gevarn gefahren Heutiges Ablautschema im Neuhochdeutschen a∙O u∙O a∙O

Die Wurzelsilbe der Verben der sechsten Ablaut­klas­se war im Ur­germani­schen leicht, hatte also nur kur­zes ∙ă∙ und schloß auf einen ein­fachen Kon­sonan­ten. Ur­sprüng­lich schwere a-Wurzeln (∙ā∙ oder ∙ăCC∙) ge­hören in Ablautreihe sieben.

Da die Vokal­län­gen im Neu­hoch­deut­schen auf ganz ande­ren Kri­terien beru­hen als im Mit­tel­alter, ist die Be­urtei­lung an heu­tigen For­men schwie­rig: schla­gen ge­hört in Reihe 6, schla­fen in Reihe 7.

6a: ∙a∙ fahren, fuhr, gefahren

Die sechste Ablautreihe hat nur ein Paradigma.

Präsens Präteritum Partizip
∙a∙ ∙u∙ ∙a∙
fahrenfuhrgefahren
grabengrubgegraben
ladenludgeladen
schlagenschluggeschlagen
tragentruggetragen
waschenwuschgewaschen

Bei stehen sind im Neuhochdeutschen zwei oder gar drei Verben zu­sam­men­gewach­sen. Das Prä­sens stammt von den Wur­zel­ver­ben stān, stēn und hat daher kein ∙n∙, die ande­ren For­men vom län­geren stan­dan:

Präsens Präteritum Partizip
stehenstandgestanden

Mahlen hat das starke Parti­zip er­hal­ten, das star­ke Prä­teri­tum muhl (vgl. Müller, Mühle) aber auf­gege­ben.

Präsens Präteritum Partizip
mahlen(mahlte)gemahlen

Das Nasalpräsens backen (germa­nisch bak∙na∙) hat sich im Deut­schen mit dem nor­malen bak∙a∙ ver­mischt.

Präsens Präteritum Partizip
backenbuk/backtegebacken
Präteritopräsens der sechsten Ablautreihe
Präsens Präteritum Partizip
∙uC∙ ∙uC∙ [∙u∙t∙]
müssenmussgemusst
Starke Verben der sechsten Ablautreihe im Englischen

In den Partizipien wird ∙a∙ in un­mit­tel­barer Nähe zu einem Sono­ran­ten stan­den → ston­den → stooden →→ stood oder Halb­vokal swaren → sworn, woken → waken zu ∙o∙:

Präsens Präteritum Partizip
bake(baked)baken (∙ed)
shakeshookshaken
standstoodstood (« standen)
swearsworesworn (« swaren)
taketooktaken
wakewokewoken (« waken)

Mittelenglisch ∙ōg∙ → neuenglisch ∙ew:

Präsens Präteritum Partizip
draw (←dragen)drew (←drōg)drawn

B-red Reduplizierende Verben

Die siebte Ablautreihe besteht aus Verben, die im Ur­germani­schen kei­nen Ablaut bilden konnten. Der Wur­zel­vokal war nicht nur un­gün­stig ver­färbt wie in der sech­sten Reihe, sonst auch noch ge­dehnt, zum Bei­spiel ger­manisch slēp.

Diese Verben konnten aber auch nicht schwach werden, weil ihnen le­xika­lisch die Vor­aus­set­zung für die lexikalisch ab­leiten­den Suf­fixe der schwachen Verben fehlten.

Deswegen ließ man den Ablaut zunächst blei­ben und ver­zich­tete darauf, die aus dem ur­indo­ger­mani­schen Per­fekt, aus dem die ger­mani­sche Ver­gan­gen­heit ererbt wurde, stam­men­de Re­dupli­kations­silbe ab­fal­len zu las­sen: slēp∙ (Prä­sens) versus se∙slēp. Bei der Re­dupli­ka­tion wird der Kon­so­nant im Anlaut ver­dop­pelt und ein e da­zwischen­gesetzt.

Diese Bil­dung hatten zunächst alle starken Verben, aber of­fen­kun­dig empfand man den Ab­laut als bes­seres Tempus­zei­chen und ließ die Re­dupli­kations­silbe über­all fal­len, wo es mög­lich war. Der Rest lan­dete in Reihe sieben.

B7 Siebte Ablautreihe

Funktionierende Reduplikation findet sich allerdings nur im Gotischen, in den anderen ger­mani­schen Spra­chen, die erst einige Jahr­hun­derte später schrift­lich belegt sind, ist die Re­dupli­ka­tions­silbe bereits so stark mit der Wur­zel ver­schmol­zen, daß sich doch noch ein Ablaut ergab.

Das Präteritum von ger­manisch falla∙ lautete so feball (f und b stehen in gram­mati­schem Wech­sel). Dar­aus schrumpfte früh­deutsch fē₂ll fiel mit so­genann­tem ē₂, das anders (zwei­hebig) ge­spro­chen wurde als das aus dem Ger­mani­schen ererbte lange ē, das man als ē₁ be­zeich­net. Die beiden Vo­kale ent­wickeln sich auch anders weiter:

  • Präsens: Vordeutsch slē₁p∙ahd. slāfanschlafen
  • Präteritum: Vordeutsch slē₂p∙ahd. sliafschlief

In der siebten Ablautreihe fanden sich zu Beginn nicht nur Verben mit ē₁, son­dern auch mit ande­ren nicht ab­laut­fähigen Vokalen oder Struk­turen wie ∙ō∙ oder ∙a∙CC∙, woraus sich ver­schie­dene Para­digmen ergeben.

Alle Strukturen hatten eine schwere Wur­zel­silbe (lan­ger Vokal plus Kon­so­nant oder kur­zer Vokal mit zwei Kon­sonan­ten), die nicht zu Reihe 6 paßte:

  • 7a: ∙a∙CC∙ (fallen)
  • 7b: ∙au∙C∙ (laufen)
  • 7c: ∙ō∙C∙ (rōpan → rufen)
  • 7d: ∙a∙u∙C∙ (stauta → stoßen)
  • 7e: ∙a∙ng∙ (fangen)
  • 7f: ∙a∙i∙C∙ (haitan → heißen)
7a: ∙a∙CC∙ schlafen, schlief, geschlafen

Verben mit a-Wurzel, aber im Gegensatz zu 6 war die Wurzel ursprünglich schwer (der Vokal ist lang oder ihm folgen zwei Konsonanten).

Präsens Präteritum Partizip
∙a∙ ∙ie∙ ∙a∙
blasenbliesgeblasen
bratenbrietgebraten
fallenfielgefallen
geratengerietgeraten
haltenhieltgehalten
lassenließgelassen
ratenrietgeraten
schlafenschliefgeschlafen

Alle Verben mit dem Schema a + Sonorant + Obstruent wur­den mit Aus­nah­me von hal­ten, hielt, ge­hal­ten schwach: Sonoranten (m, n, l, r) sind Konsonanten, die im Kern einer Silbe stehen können.
Obstruenten sind Verschlußlaute (b, d, g, p, t, k) und Reibelaute (f, s, ch), also alle Konsonanten, die im Gegensatz zu Sonoranten (m, n, l, r) und Halbvokalen (j, w) nicht im Kern einer Silbe stehen können.

  • bien > bannte
  • fielt > faltete
  • schielt > schaltete
  • sielz > salzte
  • spielt > spaltete
  • spien > spannte
  • wiel > wallte
  • wielg > (walgte †)
  • wielk > walkte (schlagen)

Übrig sind noch einige starke Partizipien, die aber nur dia­lek­tal ver­wen­det wer­den:

Präsens Präteritum Partizip
falten(faltete)gefalten(/∙t)
schalten(schaltete)geschalten(/∙t)
salzen(salzte)gesalzen(/∙t)
spalten(spaltete)gespalten(/∙t)
7b: ∙au∙C∙ laufen, lief, gelaufen
Präsens Präteritum Partizip
∙au∙ ∙ie∙ ∙au∙
hauenhiebgehauen
laufenliefgelaufen
7c: ∙ō∙C∙ rufen, rief, gerufen

Nur rufen aus germanisch hrōpa∙.

Präsens Präteritum Partizip
∙u∙ ∙ie∙ ∙u∙
rufenriefgerufen
7d: ∙a∙u∙C∙ stoßen, stieß, gestoßen

Nur stoßen aus germanisch stauta∙.

Präsens Präteritum Partizip
∙o∙ ∙ie∙ ∙o∙
stoßenstießgestoßen
7e: ∙a∙ng∙ fangen, fing, gefangen

Vor ∙ng∙ wird ∙ie∙ im Präteritum zu ∙i∙ gekürzt. Gehen ent­steht durch Ver­mi­schung aus gan­gan und gān, hän­gen (hing) wird aus hā­han an schwa­chen hän­gen (häng­te) an­gegli­chen.

Präsens Präteritum Partizip
∙a∙ng ∙i∙ng ∙a∙ng
empfangenempfingempfangen
fangenfinggefangen
gehenginggegangen
hängenhinggehangen
7f: ∙a∙i∙C∙ heißen, hieß, geheißen

Nur heißen aus germanisch haita∙.

Präsens Präteritum Partizip
∙ei∙ ∙ie∙ ∙ei∙
heißenhießgeheißen
Starke Verben der siebten Ablautreihe im Englischen
Präsens Präteritum Partizip
blow (← blowen← blā­wan)blew (←ble[a|o]w)blown (←blo­wen)
growgrewgrown
hewhewhewn
knowknewknown
sowsewsown
throwthrewthrown
hold (← hōlden ← healdan)held (← hēld ← hēold)held (← hōl­den ← heal­den)
beat (← bēten ← bēa­tan)beat (← bēt)beaten (← bēten)
go(went)gone
letlet(let)en
shed (← scādan ≈ dt. schaden)shed (← sc(e)ād)shed (← scāden)
hang (← hangen)h[u←e/i]ng (← heng) h[u←a]ng (← h[o|a]n­gen)
fall (← fallen)fell (← fell)fallen (← fal­len)

C Liste der starken Verben mit Stammformen

Aufgeführt sind nur die nichtzusammengesetzen Formen. Verschleißen finden Sie unter schleißen.

Infinitiv
Pdg
Translation
Präteritum
Partizip
Imperativ
2. Sg. Präs.
Konjunktiv 1
Konjunktiv 2
abwägen
5c
to balance in mind, measure (fig.), weigh sth
wog ab
abgewogen
abwäg(e)!
du wägst ab
daß ich abwäge
als ob ich abwöge
backen
6a
to bake
buk oder backte Tutorial: Buk oder backte?
gebacken
back(e)!
du bäckst (stark), du backst (schwach)
daß ich backe
als ob ich büke
befehlen
4a
to order, command
befahl
befohlen
befiehl!
du befiehlst
daß ich befehle
als ob ich beföhle
beginnen
3b
to begin
begann
begonnen
beginn(e)!
du beginnst
daß ich beginne
als ob ich begänne
beißen
1b
to bite
biss (klassische Recht­schrei­bung: biß)
gebissen
beiß(e)!
du beißt
daß ich beiße
als ob ich bisse
bergen
3d
to hold sth, rescue so. out of sth
barg
geborgen
berg(e)!
du bergst
daß ich berge
als ob ich bärge
bersten
3d
to burst
barst
geborsten
berst(e)!
du berstest
daß ich berste
als ob ich bärste
bewegen
5c
to cause a decision
Das bewog mich dazu. Aber: Der Hund hat sich nicht bewegt. Er bewegte das Publikum.
Was hat dich dazu bewogen?
(unüblich)
(unüblich)
daß es mich dazu bewege
als ob es mich dazu bewöge
biegen
2a
to bend, bow, curve
bog
gebogen
bieg(e)!
du biegst
daß ich biege
als ob ich böge
bieten
2a
to offer so. sth
bot
geboten
biet(e)!
du bietest
daß ich biete
als ob ich böte
binden
3a
to bind
band
gebunden
bind(e)!
du bindest
daß ich binde
als ob ich bände
bitten
5d
to bid
bat
gebeten
bitte!
du bittest
daß ich bitte
als ob ich bäte
blasen
7a
to blow
blies
geblasen
blas(e)!
du bläst
daß ich blase
als ob ich bliese
bleiben
1a
to stay, keep on doing sth
blieb
geblieben
bleib(e)!
du bleibst
daß ich bleibe
als ob ich bliebe
bleichen
1b
to bleach
blich
geblichen
bleich(e)!
du bleichst
daß ich bleiche
als ob ich bliche
braten
7a
to fry, roast, bake (in a pan)
briet
gebraten
brat(e)!
du brätst
daß ich brate
als ob ich briete
brechen
4c
to break
brach
gebrochen
brich!
du brichst
daß ich breche
als ob ich bräche
dingen
3a
to hire so. (old-fashioned)
dang
gedungen
ding(e)!
du dingst
daß ich dinge
als ob ich dänge
dreschen
3h
to thresh
drosch
gedroschen
drisch!
du drischst
daß ich dresche
als ob ich drösche
dringen
3a
to intrude (people and things like water)
drang
gedrungen
dring(e)!
du dringst
daß ich dringe
als ob ich dränge
empfangen
7e
to receive
empfing
empfangen
empfang(e)!
du empfängst
daß ich empfange
als ob ich empfinge
empfehlen
4a
to recommand, advise
empfahl
empfohlen
empfiehl!
du empfiehlst
daß ich empfehle
als ob ich empföhle
erlöschen
3h
to expire, go out (fire)
erlosch
erloschen
erlisch!
du erlöschst
daß ich erlösche
als ob ich erlösche
erschrecken
(unecht 4c)
to be frightend, scare
erschreckte (unecht erschrak)
geschrocken oder geschreckt
erschrick nicht!
du erschrickst
daß ich erschrecke
als ob ich erschreckte
erwägen
5c
to consider
erwog
erwogen
erwäg(e)!
du erwägst
daß ich erwäge
als ob ich erwöge
essen
5b
to eat
gegessen
iss! (Klas­si­sche Recht­schrei­bung: iß!)
du isst (Klas­si­sche Recht­schrei­bung: ißt)
daß ich esse
als ob ich äße
fahren
6a
to drive, travel (by car, bicycle, bike, train and ballon, but not plane)
fuhr
gefahren
fahr!
du fährst
daß ich fahre
als ob ich führe
fallen
7a
to fall, fall down, decrease of temperature
fiel
gefallen
fall(e)!
du fällst
daß ich falle
als ob ich fiele
fangen
7e
to catch
fing
gefangen
fang(e)!
du fängst
daß ich fange
als ob ich finge
fechten
3g
to fence (not fight in general)
focht
gefochten
ficht!
du fichtst
daß ich fechte
als ob ich föchte
finden
3a
to find
fand
gefunden
find(e)!
du findest
daß ich finde
als ob ich fände
flechten
3g
to braid
flocht
geflochten
flicht!
du flichtst
daß ich flechte
als ob ich flöchte
fliegen
2a
to fly
flog
geflogen
flieg(e)!
du fliegst
daß ich fliege
als ob ich flöge
fliehen
2a
to escape, flee
floh
geflohen
flieh(e)!
du fliehst
daß ich fliehe
als ob ich flöhe
fließen
2a
to float
floss
geflossen
fließ(e)!
du fließt
daß ich fließe
als ob ich flösse
fressen
5b
to eat (by animals, also fig. by things, by humans only in disgusting manner), devour
fraß
gefressen
friss!
du frisst
daß ich fresse
als ob ich fräße
frieren
2a
to freeze
fror
gefroren
frier(e)!
du frierst
daß ich friere
als ob ich fröre
gären
5c
to ferment
gor
gegoren
du gärst
daß ich gäre
als ob ich göre
gebären
4a
to give birth (also fig.)
gebar
geboren
geb[ier|är(e)]!
du geb[ie|ä]rst
daß ich gebäre
als ob ich gebäre
geben
5a
to give
gab
gegeben
gib!
du gibst
daß ich gebe
als ob ich gäbe
gedeihen
1a
to prosper, grow
gedieh
gediehen
gedeih(e)!
du gedeihst
daß ich gedeihe
als ob ich gediehe
gehen
7e
to go
ging
gegangen
geh(e)!
du gehst
daß ich gehe
als ob ich ginge
gelingen
3a
to succeed (impersonal)
gelang
gelungen
geling(e)!
es gelingst
daß es gelinge
als ob es gelänge
gelten
3e
to be valid, apply, hold for so. or sth
galt
gegolten
gilt!
du giltst
daß ich gelte
als ob ich gölte
genesen
5a
to recover, convalesce
genas
genesen
genes(e)!
du genest
daß ich genese
als ob ich genäse
genießen
2a
to enjoy
genoss
genossen
genieß(e)!
du genießt
daß ich genieße
als ob ich genösse
geraten
7a
to get into sth
geriet
geraten
gerat(e)!
du gerätst
daß ich gerate
als ob ich geriete
geschehen
5a
to happen
geschah
geschehen
geschieh!
du geschiehst
daß ich geschehe
als ob ich geschähe
gewinnen
3b
to win
gewann
gewonnen
gewinn(e)!
du gewinnst
daß ich gewinne
als ob ich gewönne
gießen
2a
to pour
goss
gegossen
gieß(e)!
du gießt
daß ich gieße
als ob ich gösse
gleichen
1b
to equal
glich
geglichen
gleich(e)!
du gleichst
daß ich gleiche
als ob ich gliche
gleiten
1b
to glide
glitt
geglitten
gleit(e)!
du gleitest
daß ich gleite
als ob ich glitte
glimmen
3c
to glow, smolder
glomm
geglommen
glimm(e)!
du glimmst
daß ich glimme
als ob ich glömme
graben
6a
to dig
grub
gegraben
grab(e)!
du gräbst
daß ich grabe
als ob ich grübe
greifen
1b
to grip, grab, reach for
griff
gegriffen
greif(e)!
du greifst
daß ich greife
als ob ich griffe
halten
7a
to hold, keep sth, stop
hielt
gehalten
halt(e)!
du hältst
daß ich halte
als ob ich hielte
hängen
7e
to hang (intr.)
hing
Das Bild hat an der Wand gehangen. Aber: Er hat das Bild an die Wand gehängt.
häng(e)!
du hängst
daß ich hänge
als ob ich hinge
hauen
7b
to beat
hieb (auch haute)
gehauen
hau(e)!
du haust
daß ich haue
als ob ich hiebe
heben
5c
to raise, lift
hob
gehoben
heb(e)!
du hebst
daß ich hebe
als ob ich höbe
heißen
7f
to be called, call so. sth
hieß
geheißen
heiß(e)!
du heißt
daß ich heiße
als ob ich hieße
helfen
3e
to help
half
geholfen
hilf!
du hilfst
daß ich helfe
als ob ich hülfe
klimmen
3c
to climb (general expression is klettern)
klomm
geklommen
klimm(e)!
du klimmst
daß ich klimme
als ob ich klömme
klingen
3a
to sound
klang
geklungen
kling(e)!
du klingst
daß ich klinge
als ob ich klänge
kneifen
1b
to nip, pinch; chicken out
kniff
gekniffen
kneif(e)!
du kneifst
daß ich kneife
als ob ich kniffe
kommen
4a
to come
kam
gekommen
komm!
du kommst
daß ich komme
als ob ich käme
kriechen
2a
to crawl on all fours
kroch
gekrochen
kriech(e)!
du kriechst
daß ich krieche
als ob ich kröche
küren
2a
to choose (infinitive not used anymore)
erkor
erkoren
küre!
du kürst
daß ich küre
als ob ich erköre
laden
6a
to load
lud
geladen
lad(e)!
du lädst
daß ich lade
als ob ich lüde
lassen
7a
to let, give up
ließ
gelassen
lass!
du lässt
daß ich lasse
als ob ich ließe
laufen
7b
to run
lief
gelaufen
lauf(e)!
du läufst
daß ich laufe
als ob ich liefe
leiden
1b
to suffer
litt
gelitten
leid(e)!
du leidest
daß ich leide
als ob ich litte
leihen
1a
to lend
lieh
geliehen
leih(e)!
du leihst
daß ich leihe
als ob ich liehe
lesen
5a
to read
las
gelesen
lies!
du liest
daß ich lese
als ob ich läse
liegen
5d
to lie (on sth)
lag
gelegen
lieg!
du liegst
daß ich liege
als ob ich läge
lügen
2b
to lie (to tell a lie)
log
gelogen
lüg(e)!
du lügst
daß ich lüge
als ob ich löge
meiden
1a
to avoid
mied
gemieden
meid(e)!
du meidest
daß ich meide
als ob ich miede
melken
3f
to milk
molk (auch: melkte)
gemolken
melk(e)!
du melkst
daß ich melke
als ob ich mölke
messen
5b
to messure
maß
gemessen
miss!
du misst
daß ich messe
als ob ich mäße
nehmen
4a
to take
nahm
genommen
nimm!
du nimmst
daß ich nehme
als ob ich nähme
pfeifen
1b
to whistle
pfiff
gepfiffen
pfeif(e)!
du pfeifst
daß ich pfeife
als ob ich pfiffe
preisen
1a
to praise
pries
gepriesen
preis(e)!
du preist
daß ich preise
als ob ich priese
quellen
3f
to spring, soak, gush
quoll
gequollen
quill!
du quillst
daß ich quelle
als ob ich quölle
raten
7a
to guess
riet
geraten
rat(e)!
du rätst
daß ich rate
als ob ich riete
reiben
1a
to rub, ream
rieb
gerieben
reib(e)!
du reibst
daß ich reibe
als ob ich riebe
reißen
1b
to crack, burst, drag (violently for ziehen ‚pull‘)
riss
gerissen
reiß(e)!
du reißt
daß ich reiße
als ob ich risse
reiten
1b
to ride on a horse (sometimes sexually)
ritt
geritten
reit(e)!
du reitest
daß ich reite
als ob ich ritte
riechen
2a
to smell of sth, smell sth
roch
gerochen
riech(e)!
du riechst
daß ich rieche
als ob ich röche
ringen
3a
to wrestle, struggle
rang
gerungen
ring(e)!
du ringst
daß ich ringe
als ob ich ränge
rinnen
3b
to flow, leak
rann
geronnen
rinn(e)!
du rinnst
daß ich rinne
als ob ich ränne
rufen
7c
to call, shout
rief
gerufen
ruf(e)!
du rufst
daß ich rufe
als ob ich riefe
saufen
2c
to booze (people), drink (pets)
soff
gesoffen
sauf(e)!
du saufst
daß ich saufe
als ob ich söffe
saugen
2c
to suck
sog (auch saugte)
gesogen
saug(e)!
du saugst
daß ich sauge
als ob ich söge
schaffen
6a
to create sth
Er schuf ein Kunstwerk. Aber: Er schaffte es ins Ziel. Die Doppelnatur von 'schaffen' wird im Tutorial über 'Sinn machen' erklärt.
geschaffen
schaff(e)!
du schaffst
daß ich schaffe
als ob ich schüfe
schallen
3f
to sound
scholl (auch schallte)
geschollen
schall!
du schallst
daß ich schalle
als ob ich schölle
scheiden
1a
to divide, divorce
schied
geschieden
scheid(e)!
du scheidest
daß ich scheide
als ob ich schiede
scheinen
1a
to shine, seem to be
schien
geschienen
schein(e)!
du scheinst
daß ich scheine
als ob ich schiene
scheißen
1b
to shit (coll.)
schiss
geschissen
scheiß(e)!
du scheißt
daß ich scheiße
als ob ich schisse
schelten
3e
to lay into so., scold so.
schalt
gescholten
schilt!
du schiltst
daß ich schelte
als ob ich schölte
schieben
2a
to push
schob
geschoben
schieb(e)!
du schiebst
daß ich schiebe
als ob ich schöbe
schießen
2a
to shoot
schoss
geschossen
schieß(e)!
du schießt
daß ich schieße
als ob ich schösse
schinden
3a
to maltreat people
schindete (kaum schund)
geschunden
schind(e)!
du schindest
daß ich schinde
als ob ich schindete
schlafen
7a
to sleep
schlief
geschlafen
schlaf(e)!
du schläfst
daß ich schlafe
als ob ich schliefe
schlagen
6a
to beat, slay
schlug
geschlagen
schlag(e)!
du schlägst
daß ich schlage
als ob ich schlüge
schleichen
1b
to sneak, slink
schlich
geschlichen
schleich(e)!
du schleichst
daß ich schleiche
als ob ich schliche
schleifen
1b
to drag, abrade
schliff
geschliffen
schleif(e)!
du schleifst
daß ich schleife
als ob ich schliffe
schleißen
1b
to (used in verschleißen ‚abrade‘)
schliss
geschlissen
schleiß(e)!
du schleißt
daß ich schleiße
als ob ich schlisse
schließen
2a
to close, lock
schloss
geschlossen
schließ(e)!
du schließt
daß ich schließe
als ob ich schlösse
schlingen
3a
to entwine around
schlang
geschlungen
schling(e)!
du schlingst
daß ich schlinge
als ob ich schlänge
schmeißen
1b
to throw (only coll.)
schmiss
geschmissen
schmeiß(e)!
du schmeißt
daß ich schmeiße
als ob ich schmisse
schmelzen
3f
to smelt (intr. only, tr. meaning inflecting weak)
schmolz
geschmolzen
schmilz!
du schmilzst
daß ich schmelze
als ob ich schmölze
schneiden
1b
to cut
schnitt
geschnitten
schneid(e)!
du schneidest
daß ich schneide
als ob ich schnitte
schrecken
(unecht 4c)
to be frightend, scare (only intr.)
schreckte (unecht schrak)
geschrocken oder geschreckt
(er)schrick nicht!
du schrickst
daß ich schrecke
als ob ich schreckte
schreiben
1a
to write
schrieb
geschrieben
schreib(e)!
du schreibst
daß ich schreibe
als ob ich schriebe
schreien
1a
to shout
schrie
geschrie(e)n
schrei(e)!
du schreist
daß ich schreie
als ob ich schriee
schreiten
1b
to pace up, stalk around, go forwards
schritt
geschritten
schreit(e)!
du schreitest
daß ich schreite
als ob ich schritte
schweigen
1a
to to be silent (opp. of sprechen)
schwieg
geschwiegen
schweig(e)!
du schweigst
daß ich schweige
als ob ich schwiege
schwellen
3f
to swell
schwoll
geschwollen
schwill!
du schwillst
daß ich schwelle
als ob ich schwölle
schwimmen
3b
to swim
schwamm
geschwommen
schwimm(e)!
du schwimmst
daß ich schwimme
als ob ich schwömme (auch: schwämme)
schwinden
3a
to descrease, diminish (verschwinden ‚vanish‘)
schwand
geschwunden
schwind(e)!
du schwindest
daß ich schwinde
als ob ich schwände
schwingen
3a
to swing
schwang
geschwungen
schwing(e)!
du schwingst
daß ich schwinge
als ob ich schwänge
schwören
4b
to swear
schwor
geschworen
schwör(e)!
du schwörst
daß ich schwöre
als ob ich schw[ü|ö]re
sehen
5a
to see
sah
gesehen
sieh!
du siehst
daß ich sehe
als ob ich sähe
sieden
2a
to boil, bubble up
sott
gesotten
sied(e)!
du siedest
daß ich siede
als ob ich sötte
singen
3a
to sing
sang
gesungen
sing(e)!
du singst
daß ich singe
als ob ich sänge
sinken
3a
to sink
sank
gesunken
sink(e)!
du sinkst
daß ich sinke
als ob ich sänke
sinnen
3b
to think (fig. of orig. to walk, in compounds only)
sann oder sinnte
gesonnen oder gesinnt
sinn(e)!
du sinnst
daß ich sinne
als ob ich sönne
sitzen
5d
to sit
saß
gesessen
sitz!
du sitzt
daß ich sitze
als ob ich säße
speien
1a
to vomit
spie
gespie(e)n
spei(e)!
du speist
daß ich speie
als ob ich spiee
spinnen
3b
to spin, cocoon; be nuts
spann
gesponnen
spinn(e)!
du spinnst
daß ich spinne
als ob ich spönne
spleißen
1b
to split (only special occasions, like hair)
spliss
gesplissen
spleiß(e)!
du spleißt
daß ich spleiße
als ob ich splisse
sprechen
4c
to speak
sprach
gesprochen
sprich!
du sprichst
daß ich spreche
als ob ich spräche
sprießen
2a
to prosper, grow (flowers and rumours)
spross
gesprossen
sprieß(e)!
du sprießt
daß ich sprieße
als ob ich sprösse
springen
3a
to jump
sprang
gesprungen
spring(e)!
du springst
daß ich springe
als ob ich spränge
stechen
4c
to prick, sting
stach
gestochen
stich!
du stichst
daß ich steche
als ob ich stäche
stecken
(unecht 4c)
to stick, put sth into sth
steckte (nicht stak)
gesteckt (nicht gestecken)
steck!
du steckst (und nicht stickst)
daß ich stecke
als ob ich steckte (nicht stäke)
stehlen
4a
to steal
stahl
gestohlen
stiehl!
du stiehlst
daß ich stehle
als ob ich stöhle
steigen
1a
to increase, climb
stieg
gestiegen
steig(e)!
du steigst
daß ich steige
als ob ich stiege
sterben
3d
to die
starb
gestorben
sterb(e)!
du sterbst
daß ich sterbe
als ob ich stürbe
stieben
2a
to run somewhere, to spray, to diverse (of people or snowflakes moving in different directions)
stob
gestoben
stieb(e)!
du stiebst
daß ich stiebe
als ob ich stöbe
stinken
3a
to stink
stank
gestunken
stink(e)!
du stinkst
daß ich stinke
als ob ich stänke
stoßen
7d
to push, toss
stieß
gestoßen
stoß(e)!
du stößt
daß ich stoße
als ob ich stieße
streichen
1b
to color, cancel
strich
gestrichen
streich(e)!
du streichst
daß ich streiche
als ob ich striche
streiten
1b
to quarrel, argue
stritt
gestritten
streit(e)!
du streitest
daß ich streite
als ob ich stritte
tragen
6a
to carry, bear
trug
getragen
trag(e)!
du trägst
daß ich trage
als ob ich trüge
treffen
4a
to hit, score, meet
traf
getroffen
triff!
du triffst
daß ich treffe
als ob ich träfe
treiben
1a
to push sth forward, drift, be active
trieb
getrieben
treib(e)!
du treibst
daß ich treibe
als ob ich triebe
treten
5a
to step, kick
trat
getreten
tritt!
du trittst
daß ich trete
als ob ich träte
triefen
2a
to ooze with sth, drip
triefte oder troff
getrieft
trief(e)!
du triefst
daß ich triefe
als ob ich tröffe
trinken
3a
to drink
trank
getrunken
trink(e)!
du trinkst
daß ich trinke
als ob ich tränke
trügen
2b
to deceive, be deceptive
trog
getrogen
trüg(e)!
du trügst
daß ich trüge
als ob ich tröge
verderben
3d
to decay, demoralise
verdarb
verdorben
verdirb!
du verdirbst
daß ich verderbe
als ob ich verdürbe
verdrießen
2a
to annoy so.
verdross
verdrossen
verdrieß(e)!
du verdrießt
daß ich verdrieße
als ob ich verdrösse
vergessen
5b
to forget
vergaß
vergessen
vergiss!
du vergisst
daß ich vergesse
als ob ich vergäße
verlieren
2a
to lose so. or sth
verlor
verloren
verlier(e)!
du verlierst
daß ich verliere
als ob ich verlöre
wägen
5c
to consider
wog
gewogen
wäg(e)!
du wägst
daß ich wäge
als ob ich wöge
waschen
6a
to wash
wusch
gewaschen
wasch(e)!
du wäschst
daß ich wasche
als ob ich wüsche
weichen
1b
to move back, back off
wich
gewichen
weich(e)!
du weichst
daß ich weiche
als ob ich wiche
weisen
1a
to allude, point sth
wies
gewiesen
weis(e)!
du weist
daß ich weise
als ob ich wiese
werben
3d
to advertise
warb
geworben
wirb!
du wirbst
daß ich werbe
als ob ich würbe
werden
3d
to become
wurde (aus ward)
geworden
werde!
du wirst
daß ich werde
als ob ich würde
werfen
3d
to throw
warf
geworfen
wirf!
du wirfst
daß ich werfe
als ob ich würfe
wiegen
5c
to weigh
wog
gewogen
wieg(e)!
du wiegst
daß ich wiege
als ob ich wöge
winden
3a
to twist, wind
wand
gewunden
wind(e)!
du windest
daß ich winde
als ob ich wände
wringen
3a
to wring, mangle sth
wrang
gewrungen
wring(e)!
du wringst
daß ich wringe
als ob ich wränge
zeihen
1a
to to call so. sth (mostly in verzeihen ‚forgive‘)
zieh
geziehen
zeih(e)!
du zeihst
daß ich zeihe
als ob ich ziehe
ziehen
2a
to pull
zog
gezogen
zieh(e)!
du ziehst
daß ich ziehe
als ob ich zöge
zwingen
3a
to force so. doing sth
zwang
gezwungen
zwing(e)!
du zwingst
daß ich zwinge
als ob ich zwänge

Das dicke Deutschbuch
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