Sinn kann man nicht machen

SSo gut wie alles kann man im Deut­schen mit dem Ver­bum machen verknüpfen: Man kann Spaß oder Ernst ma­chen, ein Ver­mögen oder Lie­be machen, Ur­laub oder Pro­bleme ma­chen. Zwei Schwal­ben kön­nen einen Sommer machen und zwei mal zwei kön­nen vier ma­chen. Etwas kann einem nichts machen, ja, sogar Un­sinn kann man im Deut­schen machen. Nur eines an­schei­nend nicht: Sinn machen.

Dennoch hat sich in den letzten Jahren die Wen­dung Das macht (keinen) Sinn in die deut­sche Spra­che ein­ge­schli­chen:

Das macht betriebswirtschaftlich nur dann Sinn, wenn …

Vorbemerkung und Abstract: Die­ses Tutorial ist seit sei­nem Er­schei­nen sehr eif­rig ver­linkt und dis­kutiert wor­den. Ge­legen­heits­besu­chern, die darüber ihre Meinung abgeben möchten, ohne weder das Video gesehen noch den Artikel genau gelesen zu haben, möchten wir die Sache erleichtern, indem wir klar­stel­len, daß es hier nicht da­rum geht, ob die Wen­dung Sinn ma­chen richtig oder falsch ist oder ob man es sagen darf oder nicht. Soll­te sich dieser Ein­druck bei Ihnen er­geben, dann exi­sistiert er nur in Ihrer Vor­stel­lung. Wir ge­hen hier der Fra­ge nach, warum es Sinn ma­chen bis vor kur­zem im Deut­schen nicht gab, das heißt wa­rum die Kom­bina­tion die­ser bei­den Wör­ter dem Deut­schen aus ei­ge­nem An­trieb un­mög­lich war.

Bei den meisten Deutschsprechern stößt diese Wen­dung aller­dings auf Ab­leh­nung. Sinn kann sich im deut­schen Sprach­bewußt­sein er­ge­ben, selbst her­stel­len, pro­duzie­ren, machen kann man ihn nicht. Mit Leich­tig­keit iden­ti­fi­zie­ren vie­le die Wen­dung als Angli­zis­mus oder als Ameri­kanis­mus, denn ge­ra­de die Ameri­ka­ner schei­nen rich­tige Ma­cher­typen zu sein. Was wird in den USA nicht al­les ge­macht: make money, make love, make sense.

Wahr ist an diesem Eindruck, daß Sinn machen ein Anglizismus ist. Er stammt je­doch nicht aus Amerika, son­dern aus Groß­britan­nien und ist dort etwa zwei­hun­dert­fünf­zig Jah­re alt.

Unwahr ist allerdings der Eindruck, das Eng­li­sche wäre einer Ma­cher­sprache. Wer das eng­li­sche make sen­se mit Sinn ma­chen ein­deutscht, über­setzt die Be­deu­tung der bei­den Ele­mente der eng­li­schen Wen­dung falsch und unter­stellt ihnen etwas, was sie im eng­lischen Sprach­bewußt­sein nicht haben. Denn weder deckt sich die Be­deu­tung von to make mit dem deut­schen machen noch sense mit dem deut­schen Sinn. Diese Be­griffe sind false friends, Über­set­zungs­fal­len der per­fiden Art.

to make && machen

Wesentlich ist der Bedeutungsunterschied zwischen dem englischen to make und dem deutschen ma­chen.

Birektionalität von machen

DDas eng­li­sche Ver­bum to make stammt vom alt­nie­der­deut­schen ma­kōn, denn das Eng­li­sche ist in seinem Ur­sprung ein Steck­ling des Deut­schen, ge­nau­er gesagt des Alt­säch­si­schen, dem wich­tig­sten Dia­lekt des Alt­nie­der­deut­schen. Erst in mitteleng­li­scher Zeit ge­winnt der ang­li­sche Dia­lekt die Ober­hand über das Ge­samt­eng­li­sche. Zudem liegt das Eng­li­sche auf einem la­tino-kel­ti­schen Sub­strat.

Viele Ver­ben be­sa­ßen im Früh­mit­tel­alter noch meh­re­re Aspek­te oder besser Rich­tungen, in die sich die Hand­lung voll­zie­hen konnte. Das sieht man heute noch sehr schön an dem false friend be­kom­men und eng­li­sch to become.

Das althochdeut­sche be­que­man schil­dert die An­nähe­rung zwischen dem Sub­jekt (meist eine Per­son) und etwas an­de­rem. Dabei konn­te sich so­wohl das Sub­jekt dem an­deren nä­hern als auch um­gekehrt das andere auf das Sub­jekt zu­kom­men. Bei­de Spra­chen haben die Fähig­keit des Ver­bums auf­ge­ge­ben, bei­de Rich­tungen aus­drücken. So kommt beim deut­schen Ver­bum bekommen das an­de­re auf einen zu: Man er­hält al­so et­was. Im Eng­li­schen ist es um­gekehrt. Hier be­wegt sich das Sub­jekt auf etwas an­de­res zu. Das an­de­re ist al­so das Ziel der Be­we­gung und meist ab­strakt. So be­deu­tet to be­come die Be­wegung des Sub­jekts in die Zu­kunft, al­so wer­den.

Beim Ver­bum schaffen hat das Deutsche nicht eine der bei­den Rich­tungen getilgt, son­dern das Ver­bum in zwei Ver­ben auf­ge­split­tet. Im Sin­ne von er­schaf­fen wird schaffen stark gebeugt: ich schuf. Das schwa­che Verb be­deu­tet dagegen, daß man wohin­ge­langt: Ich schaff­te es nicht ans Ziel.

Auch das Ver­bum machen ist bi­direk­tio­nal. Wie beim Be­kom­men hat sich das Deut­sche schon sehr früh für eine Seite ent­schie­den: das Ma­chen, das Fa­bri­zie­ren, das Her­stel­len, das Durch­füh­ren und das Voll­brin­gen.

Diese Be­deu­tung bestimmt das Ver­bum machen im Hochdeut­schen, das heißt dem Deutsch des Südens, beinahe aus­schließ­lich. Zudem hat sich machen im Lau­fe der Zeit immer wei­ter aus­gebrei­tet und Ver­ben mit einst ähn­licher Be­deu­tung, wie zum Bei­spiel tun und wirken, an den Rand gedrängt.

Altenglisch macian

Das eng­li­sche to make schlägt in früheng­li­scher Zeit einen an­de­ren Weg ein. Hier wird die andere Rich­tung aus­ge­baut. Dabei wird nichts ge­macht, son­dern et­was er­reicht: Die Wendung We made it! bedeutet nicht, daß wir etwas gemacht (geschaffen), haben, sondern umgekehrt, daß wir es erreicht (geschafft) haben.

Die­se Be­deu­tung ist heute noch in vielen Wen­dun­gen nach­zu­wei­sen; to make port be­schreibt nicht das Grün­den oder Er­bau­en eines Ha­fens, son­dern das An­lan­gen oder Er­rei­chen dort. To make land be­deu­tet, daß man Land sich­tet, es al­so an Land ge­schafft hat. Die Wen­dung to make the team be­deu­tet nicht, daß eine Mann­schaft ge­grün­det wird, son­dern daß es ei­ner in die Mann­schaft schafft.

Die englische Richtung dieses Verbums fin­det sich auch we­ni­ger aus­geprägt im Nie­der­deut­schen, das dem Eng­lischen sprach­geschicht­lich viel nä­her steht als das Hoch­deut­sche. So sagt man, ein Schiff mache fünf Kno­ten. Die Kno­ten wer­den aber nicht er­schaf­fen, ge­macht, ge­kno­tet – es ist eine Ge­schwin­dig­keit, die das Schiff er­reicht, ge­schafft hat.

Das alteng­li­sche Verb macian ent­spricht al­so nicht dem althochdeut­schen mahhōn. Wo im Deut­schen gemacht wird, wird im Alteng­li­schen gewirkt. Das Ver­bum gewyrcan ist im Alteng­li­schen der allgemeine Be­griff für machen.

Mit der Vorsilbe ge- konnten sowohl im mittelalter­lichen Deutsch als auch im Eng­li­schen Verben per­fek­ti­viert werden. Ein Ver­bum ist per­fek­tiv, wenn sich die Hand­lung beim Voll­zug ver­ändert und in ein Re­sul­tat mün­det, das sich vom Anfang unter­schei­det: ein­schla­fen, er­wachen, ster­ben, heim­gehen. Es ist da­gegen im­per­fek­tiv, wenn die Hand­lung sich nicht ver­ändert und nicht in ein Er­geb­nis mün­det: schla­fen, wa­chen, le­ben, her­um­gehen. Im Mit­tel­alter konn­te ein im­per­fek­ti­ves Verb durch die Vor­silbe ge- per­fek­ti­viert wer­den. Aus ich saß wur­de noch im Mit­tel­hoch­deut­schen durch die Vor­silbe ge- ein ich setzte mich: ich ge­saß.

Im Übergang zum Neuhochdeut­schen wurde ge- entweder lexi­kali­siert (wie in ge-den­ken oder ge-raten) oder gram­matika­lisiert (wie im Mit­tel­wort der Ver­gan­gen­heit: ge-gan­gen, ge-sagt, ge-schla­fen). Das Eng­li­sche hat die Vor­silbe aller­dings ganz auf­gegeben und ein­fach ge­stri­chen. Das hatte zur Fol­ge, daß auch gewyrkan machen, her­stel­len, voll­bringen, voll­zie­hen, durch­füh­ren aus­starb, wäh­rend das im­per­fek­tive Pen­dant wyrcan zum heu­tigen to work wur­de. To work ist nicht wie ge­wyr­can ein Er­schaf­fen, also ein Ma­chen, das in ein Pro­dukt mün­det, son­dern fort­dauern­des Ma­chen, das im­mer wieder von vorn be­ginnt.

Erst von da wächst wie­der to make in der Be­deu­tung, die dem deut­schen machen innewohnt. Doch mit ihm wächst to do. Aus die­sem Grund findet man in vie­len eng­li­schen Wen­dun­gen to do, wo das Deut­sche ma­chen ver­wen­det. Der An­wen­dungs­umfang des eng­li­schen to do ist viel größer als des deut­schen Ver­bums tun.

Das Ver­bum macian/to make be­deu­tet an­kom­men, er­rei­chen, an­gelan­gen in dem Sin­ne, daß man es wunsch­gemäß schafft. To become ist dagegen ein Werden, mit dem kein Wil­le ver­bun­den ist. Drittens gibt es noch to shall und to will, die ein Wer­den aus einem Sol­len und einem Wol­len ab­lei­ten. In diesem Sys­tem gab es keinen Platz für weorðan, dem ety­molo­gi­schen Pen­dant zum deut­schen werden. Es starb früh aus.

False friend: to makemachen

Seit der Entstehung des Eng­li­schen vor anderthalb Jahrtausenden hat sich to make al­so anders ent­wickelt als das hoch­deut­sche machen. Jenes blieb bi­direk­tio­nal, die­ses wurde früh auf die Be­deu­tung machen, be­wir­ken, her­stel­len, durch­füh­ren, voll­zie­hen ein­ge­engt. Auch wenn die bei­den Verben ety­mo­lo­gisch aus dem glei­chen Ur­sprung stam­men und ähn­lich klin­gen, kann sich ihre Be­deu­tung im mo­der­nen Deut­schen und im mo­der­nen Eng­li­schen un­mög­lich decken. Das führt dazu, daß man to make leicht­fertig mit machen über­setzt.

Im Kopf eines Englischsprechers spielt sich dort, wo er to make ver­wen­det, aber selten ein Ma­chen im deut­schen Sin­ne ab. So be­deu­tet die Wen­dung to make money nicht, daß Geld ge­macht würde. Der Eng­lisch­spre­cher bringt es seinem Sprachempfinden nach vielmehr zu Geld.

Wer die Be­deu­tung des eng­li­schen to make nicht ermißt, ge­langt zu dem Ein­druck, im Eng­li­schen wür­de stän­dig alles ge­macht. Das ist je­doch eine Un­ter­stel­lung. Nicht das Eng­li­sche ist eine Ma­cher­sprache, son­dern das Deut­sche.

Auszeichnungskonvention in der Wissenschaft, hier mit amerikanischer Kurzzitierweise
Die Be­deu­tung des deut­schen Ver­bums machen nimmt nur
einen Teil der Be­deu­tung ein, die das eng­li­sche to make besitzt.

Sinn machen

Auch in der Wen­dung This does/doesn’t make sense (to me)! be­deu­tet to make nicht ma­chen, son­dern ergeben. Wer Sinn ma­chen über­setzt, über­setzt falsch. Die­se Fehl­über­set­zung re­flek­tiert nicht eng­li­sches, son­dern deut­sches Den­ken.

Nicht nur im Deut­schen läßt sich al­so Sinn nicht machen, son­dern auch nicht im Eng­li­schen. In bei­den Spra­chen kann sich Sinn nur er­geben.

False friend: SenseSinn

AAuch das andere Element in make sense ist ei­ne trans­la­tion trap, eine Über­set­zungs­falle. Dem ge­schul­ten Auge fällt auf den er­sten Blick auf, daß sen­se ein zwei­tes Ess ent­hält, das man in Sinn nicht fin­det. Die­ser Unter­schied ist laut­geschicht­lich nicht zu er­klä­ren.

Die bei­den Wörter klingen zwar ähnlich und scheinen auch das­selbe zu be­deu­ten; sie kön­nen aber etymologisch nicht näher verwandt sein, wes­wegen auch jede seman­tische Über­ein­stim­mung nur zu­fäl­lig sein kann.

Es ist al­so zunächst völlig ungewiß, ob mit sense in der Wen­dung make sense wirk­lich das ge­meint ist, was das Deut­sche unter Sinn ver­steht. Eine völlige Über­ein­stim­mung der Be­deu­tungen ist je­doch jetzt schon aus­ge­schlos­sen.

Sinn im heutigen Deut­schen

Die Be­deu­tung von Sinn ist im heutigen Deut­schen vielfältig: Es be­zeich­net zu­nächst die fünf Sin­ne.

Zweitens werden diese durch Sin­neswahrnehmung gewonnenen Sin­neseindrücke im Kopf verarbeitet: etwas im Sinn haben; im Sin­ne des Er­fin­ders; mein Sinn steht nicht danach. Zu dieser kognitiven Be­deu­tung ge­hören heute alle Verb­zusam­men­set­zun­gen mit sin­nen: über et­was nach­sin­nen, sich zu guter Letzt doch noch be­sin­nen, ver­son­nen aus dem Fen­ster blicken. Nicht je­doch das Sim­plex sin­nen wie in nach Ra­che sin­nen! Ein­faches Sin­nen be­deu­tet nicht wahr­neh­men und dar­über nach­den­ken; dafür wird heute die Ab­lei­tung sin­nie­ren ver­wen­det, die aller­dings eher seinen Gedanken nachhängen be­deu­tet.

Die dritte Wen­dung unterscheidet sich von den bei­den er­sten: die Sin­nes­fülle. Hier er­gibt sich der Sinn am Ende eines Vor­habens, eines We­ges, einer Ent­wick­lung. Im deut­schen Sprach­ver­ständ­nis ent­zieht sich die­ser fina­le Sinn dem mensch­lichen Ein­griff und liegt in der Hand Got­tes oder wahl­weise der Emer­genz der Din­ge: Am Ende er­gibt etwas Sinn oder eben nicht.

Sinn hat im Deut­schen heute al­so al­so drei Be­deu­tungen:

  • Perzeptive Be­deu­tung: Sin­neswahrnehmung, die fünf Sin­ne
  • Kognitive Be­deu­tung: etwas im Sinn haben
  • Finale Be­deu­tung: Sin­nesfülle, Sinn, der sich er­gibt

Sin im älteren Deut­schen

Bis zum Ende des Mittelalters besaß der Sinn nur die erste Be­deu­tung. Das althochdeut­sche und mit­tel­hoch­deut­sche sin be­zeich­net al­lein die Sin­nes­wahr­neh­mung. Des­halb konn­ten auch vie­le Ab­lei­tun­gen davon nicht be­deu­ten, was sie heute be­deu­ten:

Unsin ist der totale Verlust seiner fünf Sin­ne, al­so die Be­wußt­losig­keit, oder ein Ausfall einzelner Sin­ne, was in Tor­heit oder Ra­se­rei mün­det. Das Ad­jek­tiv sinnīg be­zeich­net eine Per­son, die über ihre fünf Sin­ne ver­fügt. Wer das nicht tut, galt als sinnelōs. Unter sin­nigī ver­stand man die Fähig­keit, seine Sin­ne klug ein­zu­set­zen: al­so den Ver­stand.

Der heutige Unsinn und das Adjektiv sinnlos sind dar­aus her­vor­gegan­gen: Wer bei einem Vor­haben seine Sin­ne nicht rich­tig ein­setzt, Ziel und Gegen­stand aus dem Blick ver­liert, kann am En­de nichts Rech­tes her­vor­brin­gen.

Die sinnelōsi ist der althochdeut­sche Ausdruck für Wahn­sinn, wo­hin­gegen wan da­mals keinen Wahn, son­dern die Vor­stel­lung be­zeich­nete. Wer etwas nicht in seiner wah­ren Ge­stalt kennt, weil er es nie ge­sehen oder erlebt hat, muß sich er­satz­weise ein Bild davon aus­malen, das er vor die wahre Gestalt stellt: Vor­stel­lung. Dies hat man einst als Wahn be­zeich­net, wie man am davon ab­ge­lei­te­ten Ver­bum wähnen noch deut­lich er­kennt. Der Wahn­sinn ist al­so ein wäh­nen­der Sinn. Man sieht al­so etwas nur in Ge­dan­ken, aber nicht in Wirk­lich­keit.

Sin­nen

Neben dem Substantiv Sinn gibt es auch ein Ver­bum sin­nen. Man kann über etwas Nachsin­nen, sich besin­nen oder ver­son­nen sein. Man kann etwas ersin­nen. All diese Verben sind zu­sam­men­gesetzt und be­zeich­nen Hand­lungen, die mit der den­keri­schen oder kog­niti­ven Be­deu­tung des Sinns zu­sam­men­hän­gen. Vom Sub­stan­tiv ist zu­dem das Sin­nie­ren ab­ge­lei­tet — nicht vom Sin­nen!

Denn das Ver­bum sin­nen hatte und hat eine ganz andere Be­deu­tung als das Sub­stan­tiv. Es be­deu­tet gehen, ist al­so ein Ver­bum der räum­lichen Fort­bewe­gung: Es ist uns noch un­klar, ob die Be­grif­fe Uhr­zei­ger­sinn, Dreh­sinn, Um­lauf­sinn direkt damit zu tun haben.

Ofrid von Weißenburgs Evangelienhandbuch
Tho wólt er sar in morgan in Galiléa sinnan.
Da wollte er sogleich am Morgen nach Galiläa gehen.

Oder:

Thaz líoht ist filu wár thing, inlíuhtit thesan wóroltring, joh ménnisgon ouh álle, ther hera in wórolt sinne.
Das Licht ist eine ganz wahr­haf­tige Sache, es er­hellt den Erd­kreis, sowohl den Men­schen als auch jeden, der hier auf der Welt umhergeht.

Die zusammengesetzten Verben sich besin­nen, (sich) versin­nen, ersin­nen, nachsin­nen sind wahr­schein­lich eine Kom­bina­tion aus dem den­keri­schen Sinn und der Fort­bewe­gung sin­nen, die hier über­tragen ge­braucht wird. Gewiß steckt die Fort­bewe­gung aber heu­te noch aus­schließ­lich im Sim­plex sin­nen wie in der Wen­dung nach Rache sin­nen. Auch wenn wir sie heu­te als an Rache den­ken ver­ste­hen, ist es tat­säch­lich ein ziem­lich räum­liches Trach­ten nach Rache.

Die Komponente der Fortbewegung ist für das Deutsche selbst der entscheidende Grund, warum der Sinn nicht mit dem Ma­chen ver­knüpft wer­den kann. Denn das deut­sche machen be­nötigt gram­mati­ka­lisch im­mer ein Ob­jekt. Fort­bewe­gung kann je­doch nicht ge­macht wer­den und da­her nicht Ob­jekt zu ma­chen sein. In­halt­lich wird der Sinn als ein fina­ler Sinn emp­fun­den. Der Sinn gibt ein Ziel vor. Man kann das Ziel einer Be­wegung er­rei­chen, aber nicht ma­chen.

Urindogermanisch senh₂

Wie läßt sich der Sinn als Wahnehmung mit dem Sin­nen als Fort­bewe­gung un­ter einen Hut bringen? Beides geht auf die ur­indo­germa­ni­sche Wur­zel sen-h₂ zurück, die Wahr­neh­mung mit der Fort­bewe­gung ver­knüpft: Am Be­ginn steht eine Wit­te­rung, dann folgt man einer Fähr­te oder Spur. Gegan­gen wurde als im Sin­ne einer Jagd. Bei­de Be­grif­fe wur­den aus dem Indo­ger­mani­schen ins Ger­mani­sche ver­erbt und von dort ins Deut­sche.

Englisch sense

Anders im Eng­li­schen. Bereits im Altniederdeut­schen gibt es den Sinn und das Sin­nen so gut wie nicht mehr. Nur das Hochdeut­sche im Süden hat diese Be­griffe stark ausgebaut und be­wahrt. Das Alteng­li­sche kennt zwar noch ein Ver­bum sinnan mit unscharfer Be­deu­tung, aber kein Substantiv sin. Dafür steht im Alt­eng­li­schen der Be­griff andgiet, das buch­stäb­lich Emp-Fan­gen be­deu­tet.

Was auch immer das alteng­li­sche sinnan be­deu­tet hat, spielt keine Rolle, weil sich zum Mitteleng­li­schen viele Lautveränderung im Eng­li­schen ereignen, wodurch sin­nen lautlich mit sin­nen sünden kollidiert und deshalb ausstirbt. Am Beginn des Mitteleng­li­schen stirbt al­so die gesamte Wortsippe aus westgermanisch sin aus.

Dieses Vakuum füllt das Eng­li­sche mit einer Entlehnung aus dem Französischen: Es macht le sens zu eng­lisch sen­se. Den hat das Fran­zösi­sche wie­derum vom La­tei­ni­schen ererbt. Dort gibt es das Substantiv sēn­sus und das Ver­bum sentīre.

Die bei­den lateinischen Be­griffe stammen von sen-t, einer Vari­an­te zum ur­indoger­mani­schen sen-h₂. Wo­rin sich die bei­den Vari­an­ten der Wur­zel unter­schei­den, wis­sen wir nicht. Aber auch sen-t be­zeich­nete so­wohl die Sin­nes­wahr­neh­mung, als auch das Gehen. Das wis­sen wir vom deut­schen Ver­bum sen­den, das eine Kau­sa­tiv­ab­lei­tung aus sen-t ist (aus *son-t-éj-). Eine Kau­sativ­ablei­tung be­zeich­net das Be­wir­ken des­sen, was die Ab­leitungs­basis zur Be­deu­tung hat. Aus gehen wird al­so: ge­hen ma­chen; be­wir­ken, daß ge­gan­gen wird. Genau das be­deu­tet senden: Man be­auf­tragt etwas oder je­mand zu ge­hen.

Das Lateinische hat den Aspekt der Fortbewegung in sēn­sus und sen­tīre gänz­lich ge­tilgt. Hier geht es ganz um die Wahr­neh­mung und deren gei­stige Ver­arbei­tung. Des­halb ist auch der fran­zösi­sche sens ein rei­ner sens naturel. Der eng­li­sche sense ist al­so auf die Wahr­neh­mung be­schränkt, sein Be­deu­tungs­umfang deut­lich klei­ner als der des deut­schen Sinns. Ihm fehlt der den­keri­sche Sinn völ­lig. Wo man im Deut­schen et­was im Sinn hat, muß das Eng­li­sche zu an­de­ren Voka­beln grei­fen:

Ich habe etwas im Sinn.
I have something on my mind.

Auch die Fortbewegung des Sin­nens ist dem sense unbekannt. Dennoch gibt es im Eng­li­schen den Aus­druck the sense of life, der ge­wöhn­lich mit der Sinn des Lebens ins Deut­sche über­setzt wird.

Es ist je­doch unwahrscheinlich, daß diese bei­den Ausdrücke wirklich identisch sind. Der sense of life kann sich nur aus der Sin­nes­wahr­neh­mung ent­wickelt haben: Nimmt man etwas aus einem be­stimm­ten Blick­win­kel wahr, erhält das Objekt der Be­trach­tung eine be­stimm­te Be­deu­tung. Etwas kann ver­schie­dene Be­deu­tungen be­kom­men, je nach­dem wie man es be­trach­tet.

The sense of life ist al­so die Be­deu­tung des Le­bens und nicht sein Sinn. Denn der deut­sche Sinn des Le­bens ist das, wohin das Leben als Weg und Ent­wick­lung führt. Wo­zu ist das Le­ben gut, was hat der liebe Gott oder wahl­weise die Evo­lu­tion am Ende davon?

Dies kann die eng­li­sche Wen­dung aus sich selbst heraus nicht be­deu­ten, wenn es nicht in der Auf­klä­rung zu einem Sprach­kon­takt mit dem Deut­schen ge­kom­men ist. Die Auf­klä­rung be­schäf­tigt sich inten­siv mit den fünf Sin­nen. To make sense be­deu­tet in jener Zeit noch seine Sin­ne ge­brau­chen, vor allem in to make sense of judge, was man heute als to use one’s com­mon sense for­mulie­ren würde: seinen ge­sun­den Men­schen­ver­stand ge­brau­chen. Auch im Deut­schen gibt es durch die Philo­sophie der Neu­zeit viele wei­tere Sin­ne: den Eigensinn, den Ge­mein­sinn, den sech­sten oder gar den sieb­ten Sinn.

make sense

It doesn’t make sense ist eine Verkürzung aus It doesn’t make sense to me. ⇢ Aus meiner Sicht hat die Sache keine Be­deu­tung. ⇢ Ich kann in der Sache aus meiner Sicht keine Be­deu­tung erkennen.

In dieser Be­deu­tung taucht die Wen­dung zum er­sten­mal in der zwei­ten Hälfte des 18. Jahr­hun­derts im bri­ti­schen Eng­lisch auf und gilt von Anfang an als sti­li­stisch gut.

Die exakteste Übersetzung ins Deutsche lautet: Das er­gibt keine Be­deu­tung. Make kann man nicht mit machen ins Deut­sche über­tragen, sense kann man un­ge­nauer, aber prak­tischer mit Sinn über­setzen.

Natürlich kann man im Deutschen Sinn ma­chen sagen, wenn ei­nem der Sinn da­nach steht. Man sollte sich dann aller­dings nicht vor­machen, die Wen­dung gli­che dem eng­lischen make sense. Das ist nur die Scha­blone für eine fal­sche Ein­zel­wort­über­set­zung. Sinn plus machen er­gibt im Deut­schen Sinn­pro­duk­tion und nicht wie im Eng­lischen Sinn­gewin­nung. Da­rin liegt auch der Grund, warum diese Wen­dung vie­le Spre­cher – viel­leicht die Mehr­heit, viel­leicht auch nicht – als ma­nisch emp­finden.

Wir empfehlen, die Wendung auf umgangssprach­liche Situa­tio­nen zu be­schrän­ken. Weil sie nur dort üb­lich und des­halb ein In­diz für All­täg­lich­keit ist, stört sie gutes, herme­tisches Schrift­deutsch.

Fragen von Lesern und Zuschauern

Zu guter Letzt noch Fragen von Zuschauern und Lesern zum Tutorial.

Sentimental

Der Ausdruck sentimental stammt aus dem Eng­lischen. Er wurde von dem eng­lischen Schrift­stel­ler Laurence Sterne er­schaf­fen, in­dem er für seinen Roman A Senti­mental Jour­ney Through France and Italy (1768) vom Sub­stan­tiv sentiment das Adjektiv sen­ti­men­tal ab­leite­te. Der Ro­man wur­de noch im Jahr seines Er­schei­nens von dem Über­set­zer Johann Chri­stoph Bode ins Deut­sche über­setzt. Sen­ti­mental wur­de da­bei als emp­find­sam ein­gedeutscht, ge­langte aber auch selbst ins Deut­sche.

Wir befinden uns in der Zeit der Empfindsamkeit und der Aufklärung, bei der es darum geht, die Vorstellung über die Welt aus der Zeit des Mittelalters und des Rationalismus zu überwinden, indem man die Welt mit seinen Sinnen frisch in sich aufnimmt. Diese Epoche mit Leuten wie Bode und Kant zer­stört aller­dings alte deutsche Dif­feren­zierun­gen zwi­schen Ver­nunft und Ver­stand und zwi­schen Fühlen und Emp­fin­den. Die­ses kam zu­vor von in­nen, jenes von au­ßen.

Die abwertende Bedeutung von sentimental ist eine spä­tere Ent­wick­lung vor allem im Deut­schen.

In folgendem Text sieht man die Zerstörung der alten Bedeutung von Emp­find­samkeit:

Nachdem Eliza Draper zu ihrem Gatten nach Bombay abgereist war, begann Sterne A Sentimental Journey Through France and Italy und erlitt bald einen – letzten – Zusammenbruch. Der geist­volle, scharf beobachtende, tief empfindende Rei­sende, hinter dessen leicht hin­geworfe­nen Liebes­aben­teu­ern man kaum einen Geistlichen vermutet, ist eins der frischesten und un­ver­gäng­lich­sten Cha­rak­ter­bil­der des 18. Jahr­hun­derts. Während Senti­men­tal Journey in Eng­land über­wie­gend als witzige Moral­komödie auf­genom­men wurde, wurde in vielen Übersetzungen, die es erlebte, die sen­timen­tale Seite betont. So wurde Sterne in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten als „Hohe­priester des Ge­fühls­kultes“ miss­ver­stan­den.

Wikipedia

Wer empfindet, findet in sich. Das letzte, was er dabei tut, ist, die Welt scharf zu beobachten. Der scharf beobachtende, empfindende Reisende müßte eigentlich ein scharf beobachtender, sensibler Reisender sein.

Sinn machen bei Lessing

Seit der Veröffentlichung des Tutorials bekommen wir hin und wieder E‑Mails mit der Frage, ob wir die Belege für Sinn machen bei Les­sing ken­nen wür­den, da wir ja im Video be­haup­ten, Sinn machen sei im Deut­schen bis vor kur­zem un­er­hört ge­wesen. Diese Be­lege glau­ben Ana­tol Ste­fa­no­witsch und einer sei­ner Leser ge­fun­den zu haben.

Die Stellen bei Lessing waren uns bei der Entstehung des Tuto­rials be­kannt, aber als Belege für Sinn machen kommen sie bei seri­öser Prü­fung der Texte nicht in Frage. Sie fan­den des­halb auch im Tu­tori­al keine Er­wähnung.

Selbst wenn es sich um Belege handelte, würden sie nicht gelten, weil in der histo­ri­schen Sprach­wissen­schaft hapax lego­mena (ein­malige Be­lege) nur unter ganz ge­wis­sen Um­stän­den zu­läs­sig sind. Von die­sen Um­stän­den ist hier kei­ner ge­ge­ben. Im Ge­gen­teil, die Fund­stel­len ent­spre­chen nicht ein­mal for­mal der Wen­dung Sinn machen; sie lau­ten näm­lich:

  • keinen rechten Sinn machen;
  • einen sehr schönen Sinn machen;
  • was einen Sinn macht.

Es geht aber um die Lehnübersetzung als false friend: This makes sense to me das leuchtet mir eindas macht Sinn. Die Stellen bei Lessing sind formal und inhaltlich von ganz anderer Natur: das macht einen (be­stimm­ten) Sinn oder nicht den rechten.

Uns sind drei Stellen bekannt. Darin geht es um die Frage, wie man Stellen aus antiken Tex­ten so ins Deutsche übersetzt wird, daß es den Sinn des Ori­gi­nals am besten trifft. Einen Sinn machen wird hier aus­schließ­lich in der Bedeutung diese und jene Über­set­zung er­zeugt (d.h. macht) einen gu­ten/fal­schen Sinn. Der Sinn ist hier ganz und gar die sinn­liche Wahr­neh­mung des Le­sers, und zwar eine ganz be­stimm­te, nämlich die, die der an­tike Au­tor be­ab­sichtigt hat. Das hat aber nichts mit der heu­ti­gen Wen­dung das macht (keinen) Sinn zu tun. Zu­dem ge­braucht Les­sing es nicht als lexi­kali­sierte Flos­kel.

Hier die einzelnen Stellen im Detail:

Nun ist es wahr, daß dieses eigentlich keinen rechten Sinn macht; aber es erschöpft doch auch den Sinn des Aristoteles hier nicht.

Gotthold Ephraim Lessing: Hamburgische Dramaturgie, Neunzigstes Stück. 1768.

Gemeint ist: Die Übersetzung erzeugt nicht die Bedeutung, die Aristo­teles gemeint hat, und sie erzeugt auch nicht das ge­wünsch­te oder über­haupt ein Bild beim Le­sen.

Weiter zur zweiten Stelle:

Warum soll denn parcus hier nicht heißen, was es fast immer heißt? Macht nicht karger Verehrer der Götter einen sehr schönen Sinn, wenn man überlegt, daß ein Heide in Erwehlung [sic] schlechter Opfer und in ihrer Seltenheit eine sehr unheilige Kargheit verrathen konnte?

Gotthold Ephraim Lessing: Rettungen des Horaz. 1754.

Lateinisch parcus bedeutet karg, spartanisch, spärlich. Lessing findet, daß die Übersetzung von parcus durch karg die Bedeutung sehr schön trifft: Dem Leser kommt genau das in den Sinn, was das Original sagen will.

Es hilft Ihnen nichts, wenn Sie zu Ihrer Entschuldigung auch schon ventos aequante sagitta aus der Äneis anführen wollten. Ein Übersetzer muß sehen, was einen Sinn macht.

Gotthold Ephraim Lessing: Literaturbriefe, 77. Brief.

Das hat ja durchaus Ähnlichkeit mit der heutigen Wendung. Wenn man automatisch in Google Books sucht und sich nicht um den Zu­sam­men­hang schert, ge­schwei­ge denn erst einmal unter­sucht, wie Les­sing Sinn grund­sätz­lich ge­braucht. Pi­kanter­weise geht es in die­sem Text ge­nau um dieses un­seri­öses Vor­gehen.

Anfang der Stelle. Das Zitat ist das Ende des Ab­schnitts am Beginn der fol­gen­den Seite.

Lessing hält in diesem Brief dem Dichter und Übersetzer Johann Jakob Dusch vor, beim Übersetzen von Vergils Georgica, einer Schrift über den Landbau, einige Passage nicht so über­setzt zu haben, wie sie von Ver­gil gemeint waren. Du­schens Über­set­zung führt beim Le­sen nämlich zu einem wider­sprüch­lichen Bild. Wenn Les­sing an­mahnt, der Über­set­zer müs­se sehen, was ei­nen Sinn mach­te, dann meint er damit, daß falsch über­setz­te De­tails dazu führ­ten, daß sich beim Le­ser kein sinn­liches Bild er­gebe, etwa: Der Kirch­turm war so niedrig, daß er in den Him­mel ragte. Das Bild ist ein Wi­der­spruch, beim Le­ser er­gibt sich kein Sinn, also ein Bild im Kopf.

Fazit: Die Empfindsamkeit und Aufklärung erreichen Deutschland mit einer Verspätung von mindestens einem hal­ben Jahr­hun­dert. Des­halb wurde auch viel aus Eng­land und Frank­reich über­nom­men. Im Eng­lischen ent­wickelt sich im 18. Jahr­hun­dert aus der For­mulie­rung to use one’s common senseit makes sense to me es leuch­tet mir ein, ist ver­nünf­tig (ver­nehm­bar) die spä­tere Wen­dung it makes sense. Wenn man be­denkt, wie ei­frig in jener Zeit von Sinn und Ver­nunft (Wahr­neh­mung) ge­redet wurde und welches Vor­bild Eng­land dabei war, ist es doch er­staun­lich, daß wir Belege für das macht für mich kei­nen Sinn nicht zuhauf finden, sondern: kein ein­ziges Mal in zwei­hun­dert Jah­ren!

Wer hier die schon formal nicht mit der heu­tigen Wen­dung über­einstim­men­den Stellen bei Les­sing als Früh­belege an­führt, hat nicht alle Tas­sen im Schrank. Das ist so hirn­verbrannt wie zu be­haupten, Hitler hätte das iPad er­fun­den, weil er 1939 ein­mal das Wort Tablett ver­wen­det hat.

Nachdem make sense im 20. Jahrhundert als false friend lehn­über­setzt wurde, wird es im Deut­schen vor allem in der Be­deu­tung zweck­los ver­wen­det:

  • Es macht kei­nen Sinn, bei diesem Wet­ter raus­zuge­hen.
  • Ein Virenscanner macht bei Linux keinen Sinn.

Auf gut deutsch spricht man hier von Unsinn oder Quatsch: Ist doch Quatsch, bei die­sem Wet­ter raus­zu­gehen.

Das gilt auch für Beispiele wie die­ses:

  • Was du da erzählst, macht keinen Sinn.

Das Englische versteht darunter durchaus: In dem, was du erzählst, kann ich nichts Kla­res er­ken­nen. Es leuch­tet mir nicht ein. Jedenfalls ursprünglich. Aber das ist für das Deut­sche aus­geschlos­sen. Hier be­deu­tet es schlicht: Was du das er­zählst, ist Quatsch.

Das macht keinen Sinn ist im Deutschen von Anfang an kom­plett lexi­kali­siert.